So versorgen Sie Ihre Schweine optimal mit Wasser

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Schwein säuft Wasser

Schweine verteilen ihre tägliche Wasserration auf viele kleine Mengen. Von Natur aus sind sie es gewohnt, aus stehenden Wasserflächen zu trinken. Pro Kilo Trockensubstanz im Futter brauchen Schweine ca. 4 Liter Wasser. Mastleistung wie Tiergesundheit stehen in direktem Zusammenhang mit der Wasserqualität, mit den Zuleitungen, mit der Durchflussrate und mit der Beschaffenheit der eigentlichen Tränken. Um eine optimale Wasseraufnahme bei Ihren Schweinen zu garantieren, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

Artgerechtes Trinken bei Schweinen

Zusätzlich zur für Sie als Landwirt praktischeren Nippeltränke sollten Sie Ihren Schweinen auch das natürlich „Saugtrinken“ ermöglichen. Das gilt besonders für den Abferkelstall. Dazu benötigen Sie Tröge bzw. Tränkebecken – die Sie aber nicht direkt neben den Nippeltränken aufstellen sollten. Damit die Tiere diese Beckentränken nicht durch Kot oder Harn verschmutzen, bringen Sie vor der Tränke eine Stufe an (so nähern sich die Tiere nicht rückwärts der Tränke).

Wichtig ist auch das natürliche Gruppenverhalten der Schweine: Damit auch rangniedere Tiere ausreichend Zugang zum Wasser haben, sollten Sie mindestens zwei Tränken pro Gruppe anbieten. Feuchte Umgebung wirkt auf die Tiere kot-anregend. Installieren Sie Tränken deshalb vorzugsweise in der Nähe des Kot- bzw. Aktivitätsbereichs. Die Tränken müssen natürlich in tiergerechter Höhe angebracht sein – für Ferkel entsprechend niedriger. Außerdem müssen Sie im Winter frostsicher sein (übrigens: Schweine freuen sich im Winter über angewärmtes Wasser, sie trinken dann mehr).

Tipp: Nehmen Sie sich immer wieder Zeit, um Ihre Schweine beim Trinken zu beobachten. Falls die Tiere übermäßig oft oder auch viel zu selten zur Tränke gehen, sollten Sie der Ursache nachspüren!

Qualität des Wassers

Das Tränkewasser, das in den Stall gelangt, muss frei sein von Salmonellen, Campylobacter und möglichst weitgehend auch von E-Coli. Insbesondere, wenn Sie Wasser aus dem eigenen Brunnen verwenden, sollten Sie Ihre Wasserqualität mindestens einmal pro Jahr untersuchen lassen. Bei Anschluss an das öffentliche Wassernetz ist diese Gefahr der Verkeimung deutlich geringer. Auch hier sollten Sie aber wissen, wie viel Eisen, Mangan oder Kalzium das Wasser enthält, das Ihre Schweine trinken.

Die Keimbelastung im Wasser kann aber auch durch ungünstige Leitungsführung steigen. Hier gilt: Stichleitungen, in den das Wasser länger steht, sind möglichst zu vermeiden. „Tote“ Leitungsstränge sollten Sie entfernen. Wichtig ist auch die Beschaffenheit der Leitungen: alte, poröse Leitungen sollten Sie unbedingt ersetzen. Kunststoffleitungen sind günstiger als Metallleitungen (Gefahr des Eintrags von Schwermetallen bei alten Bleirohren oder bei neu installierten Kupferleitungen in Verbindung mit niedrigem pH-Wert bzw. weichem Wasser).

Tipp: Untersuchen Sie in regelmäßigen Abständen auch die Wasserqualität direkt an der Tränke!

Reinigung der Tränken und Leitungen

Kontrollieren Sie die Tränken täglich. Wenn Sie dabei Verschmutzungen feststellen, entfernen Sie diese sofort. Falls Sie öfter solche Verschmutzungen vorfinden, kann dies z. B. daran liegen, dass die Tränken an einem ungünstigen Platz installiert wurden.

Tipp: Saugferkel fangen bereits in den ersten Lebenstagen an, Wasser zu trinken. Hier ist es besonders wichtig, dass die Wasserqualität stimmt! Bei den kleinen Ferkeln sollten Sie die Tränkeschalen daher mehrmals täglich reinigen.

Zudem sollten Sie das in der Leitung stehende Wasser vor jeder Neubelegung Ihres Stalls abfließen lassen. Wenn das Wasser mehrere Tage in den Leitungen steht, ist es definitiv nicht mehr frisch, sondern eventuell stark mit Keimen belastet. Spülen Sie die Leitungen vor der Ankunft der neuen Tiere einmal gut durch! Überprüfen Sie alle Teile des Tränksystems einmal pro Durchgang.

Denken Sie auch daran, ab und zu Ihre Leitungen mit Desinfektionsmitteln zu reinigen. Denn im Leitungssystem kann sich ein Bio-Film bilden. Davon werden Sie zunächst bei der Wasseranalyse nichts merken. Wenn sich dann aber ein Stück des Bio-Films plötzlich löst, kommen beim Schwein unerwünschte Stoffe in hoher Konzentration an. Für den Ökolandbau zugelassene Desinfektionsmittel finden Sie u. a. in der Betriebsmittelliste (FiBL).

Durchflussrate: Ständig kontrollieren!

Die Durchflussrate ist so wichtig, dass Sie sie in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal pro Woche kontrollieren sollten. Dazu brauchen Sie nur eine Armbanduhr (mit Sekundenanzeige) und ein geeignetes Messgefäß, in dem Sie das Wasser auffangen. Eine zu hohe Durchflussrate hält insbesondere Ferkel vom Trinken ab, außerdem entstehen um die Tränke herum Wasserlachen, die eine Gefahrenquelle für Infektionen darstellen. Eine zu geringe Durchflussrate sorgt für zu wenig Wasseraufnahme. Als Richtwerte für Nippeltränken gelten: Schwein: Optimale Durchflussrate l / min.

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