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Deutsches Rotvieh (Angler Rind) – die Schönheit unter den Milchkühen

© Maria Elisa Rol – shutterstock
deutsches Rotvieh, Angler Rind

Die milchbetonte Zweinutzungsrasse aus dem hohen Norden gilt als die edelste Rinderrasse Deutschlands. Ihren Namen hat sie von ihrer ursprünglichen Zuchtregion Angeln zwischen Schlei und Flensburger Förde im heutigen Schleswig-Holstein. Dort wird sie vermutlich schon seit etwa 500 Jahren gezüchtet.

Zuchtgeschichte des Rotviehs

Die Geschichte der roten Viehschläge in der Region Angeln reicht Hunderte von Jahren zurück. Erstmals schriftlich erwähnt wird das Rotvieh um 1600. Eine organisierte, geplante Zucht gibt es seit 1830, seit 1879 ein Herdbuch. Die Rasse Angler verfügt somit schon lange über eine gezielte und lückenlose Zucht. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die Züchter, Rotes Dänisches Milchrind und Schwedisches Rotvieh einzukreuzen, wobei der Typ der modernen Angler. Diesen Rasseschlag überarbeiten sie später noch einmal durch die Einkreuzung von Red Holsteins, um mehr Milchleistung und Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Seitdem können beim modernen Deutschen Rotvieh auch weiße Zeichnungen auftauchen.

Die ursprüngliche Rasse von Anfang des 19. Jahrhunderts gibt es ebenfalls noch. Um sie zu erhalten, wird das „Rotvieh alter Angler Zuchtrichtung“ mit einem maximalen Fremdgenanteil von 12,5 Prozent weitergezüchtet. Die alten Angler gelten als vom Aussterben bedroht.

Deutsches Rotvieh (Angler Rind) – Beschreibung

Angler Rinder verfügen über ein korrektes, feines Fundament mit gesunden Klauen. Eutergesundheit, Frohwüchsigkeit, gute Fruchtbarkeit und Leichtkalbigkeit machen Angler zu idealen Milchkühen. Das Erstkalbealter liegt bei etwa 24 Monaten. Der längliche Körperbau der mit etwa 145 Zentimetern Kreuzbeinhöhe mittelgroßen bis großen Rinder sticht ins Auge. Die Bemuskelung der schmal gebauten Rinder ist gering ausgeprägt und flach. Kühe werden etwa 650 Kilo schwer. Die genügsamen Tiere passen sich gut an verschiedene Klimaverhältnisse an.

Die Milch des Rotviehs enthält viel Eiweiß. Dieses besitzt wie auch beim Höhenvieh einen relativ hohen Anteil von Kappa-Kasein B. Das Protein spielt eine wichtige Rolle bei der Käseherstellung. Die meisten Angler-Zuchtbullen vererben Kappa-Kasein-B-Gen, was die Selektion vereinfacht.

Die alternative Bezeichnung „Rotvieh“ für Angler Rinder gibt bereits einen Hinweis auf die satt- bis rotbraune Fellfarbe der Tiere. Durch Einkreuzung rotbunter Rassen können auch weiße Zeichnungen und Abzeichen auftauchen. Die Klauen schwarz, die Hörner grau.

Milchleistung der Angler-Rinder

MLP-Werte geben Durchschnittsleistungen der Herdbuchkühe in Schleswig-Holstein in 2018 an.

  • Milchleistung: über 8110 kg
  • Fett, in Prozent: 4,7
  • Eiweiß, in Prozent: 3,6

Die Fleischleistung der Tiere ist mäßig. Bullen erreichen mit zwölf Monaten ein Lebendgewicht von 400 kg.

Bedeutung des Rotviehs für die Nahrungsmittelproduktion

Die Milch der Kühe enthält viel Fett und Eiweiß. Das macht sie wertvoll für Molkereien und Käsereien. Wichtig für Letztere ist auch der hohe Anteil an Kappa-Kasein B im Milcheiweiß. Dieses sorgt nach der Labzugabe für eine feste, gut zu verarbeitende Gallerte und hohe Ausbeute beim Herstellungsprozess des Käses.

Die Zucht des modernen Rotviehs verzeichnet jährlich Zuwächse in der Milchleistung und kann dabei die gute Qualität mit hohen Gehalten von Fett und Eiweiß nahezu aufrecht erhalten.

In der Mast ist das Deutsche Rotvieh unter den Zweinutzungsrassen nicht mit den besten Werten gesegnet. Trotzdem erzielen Jungbullen höhere Tageszunahmen und Ausbeuten als die Bullen einer reinen Milchviehrasse wie etwa Holstein. Etwas besser sieht es beim Rotvieh alter Angler Zuchtrichtung aus. Das Fleisch der ursprünglichen Rasse zeichnet sich durch kurze Fasern, moderaten intramuskulären Fettanteil und gutes Safthaltevermögen aus. Dies macht es aromatisch und zart. Bei Gourmets wird es immer beliebter.

Autor: Maria Wildt

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