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Rinderrassen kennenlernen: Milchrinder und Fleischrinder Sieger der Spitzenleistung

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Rinderrassen

Über 100 Rinderrassen gibt es auf der Welt. Davon sind etwa 30 in der deutschen und europäischen Landwirtschaft als Nutztiere wichtig. Wir unterteilen Rinderarten in Milchrassen, milchbetonte Doppelnutzungsrassen, Zweinutzungsrassen und Fleischrassen. Besonders die spezialisierten Milch- und Fleischrinder überzeugen durch Spitzenleistungen.

Hochleistung programmiert – Milchrassen und milchbetonte Rassen

Milchvieh gehört zu den Leistungsträgern in der deutschen Landwirtschaft. Spitzenkühe der Milchrassen liefern unter guten Bedingungen mittlerweile über 10.000 Kilo Milch pro Jahr. Damit sichert die Zucht dieser Rinderrassen die günstige und flächendeckende Versorgung mit Milch und Milchprodukten der Bevölkerung.

Dabei helfen nicht nur weltbekannte Hochleistungsrassen. In den verschiedenen Regionen der Welt haben sich im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Rassen entwickelt. Einige davon haben die Züchter über viele Generationen zu spezialisierten Milchrassen geformt.

Die absoluten Spezialisten unter den Milchrindern sind die Holstein Friesians (HF), die es als Schwarzbunte und Red Holsteins gibt. Sie setzen immer wieder neue Milchmengenrekorde und sind mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet. Die viel kleineren Jersey-Rinder geben zwar aufgrund ihrer Größe weniger Milch als die schwereren Kühe, dafür haben die Winzlinge von der Kanalinsel aber den besten Stoffumsatz aller Milchrassen. Das heißt, sie produzieren umgerechnet aufs Körpergewicht die meiste Milch, das meiste Milchfett und das meiste Milcheiweiß.

Rinderrassen: Wer ist Leistungsträger der Fleischrassen in der Mast?

Bei den Fleischrassen zeigt die Rinderzucht der Welt ihre wahre Vielfalt. In Europa haben viele einzelne Regionen ihre eigenen Fleischrinder hervorgebracht. Über Jahrhunderte haben Züchter sie auf üppige Bemuskelung, hervorragende Tageszunahmen und gut strukturiertes Fleisch hin gezüchtet. Beliebt in der hiesigen Rindermast sind vor allem Rinder französischen oder schottischen Ursprungs. Von diesen gibt es mittlerweile erfolgreiche deutsche Zuchtlinien und Schläge. Die Mäster setzen reinrassige Herden oder Kreuzungen aus verschiedenen Fleisch- oder Zweinutzungsrassen ein. Beliebt in der Intensivmast sind Rassen wie Charolais, Angus oder Blonde d’Aquitaine. In der Extensivhaltung kommen Fleischrassen aus klimatisch rauen Gebieten wie schottische Highland-Rinder, Limousin oder Galloway zum Einsatz. Solche Rassen eignen sich zudem erstklassig für extensive Mutterkuhhaltung.

Rinderrassen-Allrounder im Stall – Zweinutzungsrassen

Sie sind die Eier legenden Wollmilchsäue unter den Rindern. Zweinutzungsrassen bringen zufriedenstellende Leistungen in Milch und Fleisch. Neben den milchbetonten Rassen gibt es auch solche, deren Milch- und Fleischleistung ausgeglichen sind, sowie fleischbetonte Doppelnutzungsrassen. Entstanden sind die meisten dieser Rinderrassen aus alten Landschlägen. Früher nutzte die Landbevölkerung diese nicht nur zur Gewinnung von Milch, Fleisch und Leder, sondern auch als Zug- und Arbeitstiere. Die dazu benötigte Kraft gibt Tieren dieser Rassen noch heute eine gute Bemuskelung. Dadurch können sie in Sachen Fleischleistung mit spezialisierten Rassen konkurrieren oder in Milchbetrieben männliche Nachzucht stellen, die durch passable Tageszunahmen überzeugen kann. Beispiele von Zweinutzungsrassen sind Fleckvieh, Tuxer Rind und Irish Moiled.

Milchbetonte Doppelnutzungsrassen der Rinderrassen

Sehr nah heran an die Leistungen ihrer spezialisierten Kolleginnen kommen Kühe der milchbetonten Zweinutzungsrassen. Darunter Angler Rotvieh oder Deutsches Braunvieh. Indem die Züchter die Tiere nach und nach auf gute Milchleistung und zufriedenstellende Mengen an Inhaltsstoffen bei passabler Fleischleistung selektierten, schufen sie konkurrenzfähige Linien. Diese überzeugen mit zufriedenstellender Milchleistung, zudem zeigt die männliche Nachzucht moderate Mastleistungen. Nicht zuletzt haben diese Rinderrassen einen großen Stellenwert bei der Käseherstellung. Ihre Milch besitzt einen hohen Anteil an Kappa-Kasein B. Dieses Protein sorgt für eine gute Konsistenz bei Gallerte und frischem Käse und ist somit für Käsereien in der täglichen Produktion unverzichtbar.

Ausgeglichene Doppelnutzungsrassen bei den Rinderrassen

Wahre Allrounder sind die ausgeglichenen Zweinutzungsrassen. Sie entstanden aus alten Landschlägen, Arbeits- und Zugrassen. Durch die passable Milchleistung und gute Bemuskelung eignen sie sich hervorragend für Mast, extensive Mast und Mutterkuhhaltung. Deutsche Landwirte nutzen Rassen wie Fleckvieh, Pinzgauer, Grauvieh, Vorderwäldler, Hinterwäldler oder das Limpurger Rind reinrassig oder aus Kreuzungszucht. Dadurch erreichen Sie für ihren Betrieb genau die richtigen Leistungen und Eigenschaften.

Fleischbetonte Zweinutzungsrassen bei Rindern

Fleischbetonte Doppelnutzungsrassen wie Gelbvieh oder das Glanrind sind genau die Richtigen, wenn es um Mutterkuhhaltung geht. In dieser Nutzungsform geben sie Mastkälbern durch ihre verhältnismäßig hohe Milchleistung einen guten Start mit guten Tageszunahmen. Mäster setzen Zweinutzungsrassen mit hoher Fleischleistung nicht nur als reinrassige Tiere ein, sondern auch als Kreuzung mit anderen Rassen. So lassen sich Nutzrinder erzeugen, die genau an die Bedürfnisse des Betriebes angepasst sind.

Autor: Maria Wildt

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