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Deutsches Holstein-Rind (Holstein Friesian) – Der Star unter den Milchkühen

© Sara Winter – Shutterstock
Holstein Rind, Holstein Friesian

Holsteins gelten unter den Rinderrassen als beste Milchkühe der Welt. Keine andere Rasse kommt auf eine so hohe Milch-Leistung und kann diese unter so vielen verschiedenen Bedingungen auf diesem Niveau halten. Weltweit arbeiten Züchter mittlerweile an der Verbesserung und Verbreitung der Milchrasse als Zuchtziel. Die größte Zuchtpopulation gibt es mit 1,6 Millionen Tieren in Deutschland. Diese sind auf der ganzen Welt gefragt, Zehntausende von Herdbuchrindern werden jedes Jahr exportiert. Auch Sperma und Embryonen deutscher Elite-Tiere sind bei ausländischen Züchtern beliebt.

Zuchtgeschichte der Holstein-Friesians

Zwar ist die Geschichte der Holstein-Rinder auch eine mit vielen deutschen Einflüssen, doch ihren Ursprung hat die Rasse in den USA und Kanada. Im 17. Jahrhundert brachten deutsche Siedler Rinder der holsteinischen und friesischen Landschläge mit nach Nordamerika. Zu dieser Zeit waren die Tiere noch Mehrnutzungsrinder, die in ihrer Heimat als Arbeitstier und Fleischlieferant genutzt wurden sowie mit passabler Milchleistung überzeugen konnten. Doch in Amerika war das Pferd als Arbeits- und Lasttier verbreitet und die Fleischproduktion waren schottische Angus-Rinder mit ihrer erstklassigen Fleischleistung beliebter und etabliert.

Blieb bei den holsteinischen und friesischen Landrassen noch die überdurchschnittliche Leistung in Sachen Milch. Auf diese selektierten die US-Züchter die sich entwickelnde Rasse. Mit dieser Strategie lagen sie goldrichtig. Es entstand ein Milchrind mit hoher Leistung und niedrigem Milchfettgehalt. 1871 wurde für die neue Rasse der erste amerikanische Zuchtverband gegründet. 1876 folgte bereits das deutsche Herdbuch, doch es sollte noch fast 100 Jahre dauern, bis sich die Hochleistungskuh hierzulande gegen das Schwarzbunte Niederungsrind durchsetzte.

Ab den Sechzigern des letzten Jahrhunderts begann der Siegeszug der hiesigen Holstein-Zucht. Die deutschen Züchter kreuzten die neue Rasse aus Amerika mit Schwarzbunten Niederungsrindern. So entstand die Linie der Deutschen Holsteins. Damit machten sich die Rinderzüchter auf, die größte HF-Zuchtpopulation der Welt zu schaffen. Die bundesweite Milchleistungsprüfung, die ausgereifte Zuchtwertschätzung und der tägliche Einsatz von tausenden von Züchtern machen diese Population zu einer der erfolgreichsten der Welt. Die Kühe in deutschen Ställen brechen immer wieder Leistungsrekorde.

Das Holstein-Rind – Beschreibung

Mit Kreuzbeinhöhen von 145 bis 156 Zentimetern bei den Kühen und 150 bis 170 Zentimeter bei den männlichen Tieren sind Holsteins die größte Milchrasse. Das Gewicht liegt bei etwa 600 bis 750 Kilo. Das Exterieur ist großrahmig und hochbeinig bei flacher Bemuskelung. Korrekte Beinstellung und Klauen sind erwünschtes Zuchtziel. Das Euter ist fest, hoch aufgehängt und gut melkbar.

Die frühreifen Holsteinkühe zeichnen sich durch gute Fruchtbarkeit sowie Leichtkalbigkeit aus. Das Erstkalbealter liegt zwischen 25 und 28 Monaten. Die Futteraufnahme ist sehr gut, was zunächst bei Jungrindern für mittlere Tageszunahmen und später für hohe Milchleistungen sorgt.

Die Milchrasse wird in zwei Farbschlägen gezüchtet: Schwarzbunt und Rotbunt. Euter der Kühe, Schwanzspitze und Beine sind meist weiß. Es gibt behörnte und hornlose Zuchtlinien.

Milchleistung der Holstein-Friesian-Rinder

  • Milchleistung pro Jahr: 8.000 bis 16.000 kg Milch
  • Fett, in Prozent: 4,0
  • Eiweiß, in Prozent: 3,4

Holstein-Rinder als Fleischlieferant

Der Erfolg der weiblichen Tiere hat neben der Milchproduktion indirekt auch einen Einfluss auf die Fleischproduktion. Da man die Holsteinkühe für jede neue Laktations-Phase und den Erhalt der Nachzucht regelmäßig belegen muss, spucken Milchviehbetriebe etwa 50 Prozent Bullenkälber aus. Davon schafft es nur eine kleine Auswahl zum Zuchtbullen. Der große Rest dient als Mastbulle der Fleischproduktion. Eine so große Zahl, dass in Deutschland produziertes Fleisch tatsächlich in über der Hälfte der Fälle von Milchrassen stammt. Paradoxerweise sind die hochleistenden, aber flach bemuskelten HF-Rinder so in einigen Ländern nicht nur die beliebteste Rasse in der Erzeugung von Milch, sondern auch die am meisten in der Fleischproduktion eingesetzte.

Einfluss auf andere Rassen

Aus Kreuzungen mit Schwarzbunten Niederungsrindern entstanden die Deutschen Holsteins, die hiesige Zuchtlinie der HF-Rinder. Als unangenehmer Nebeneffekt verdrängten die Holsteins nach und nach die Niederungsrinder, die mittlerweile zu den bedrohten Nutztierrassen gehören. Auf der ganzen Welt werden Holstein-Rinder in Milchrassen eingekreuzt, um die Milchleistung zu verbessern. Im deutschen Raum wurden Red Holsteins genutzt, um mehr Milchleistung beim Angler Rotvieh zu erreichen.

Autor: Maria Wildt

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