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Deutsches Braunvieh: Milch für besten Käse

© Karin Jaehne – Shutterstock
Braunvieh

Die gehören einfach dazu: Braunvieh ist für die Alpen so typisch, dass der Anblick dieser Rinderrasse auf saftigen Almwiesen für Urlauber und Touristen fest mit der Bergregion verbunden ist. In der Landwirtschaft ist die Rasse vor allem für ihre Qualitäten als Milchkuh beliebt. Sie verbindet eine hervorragende Anpassung an die Bedingungen in den Bergen mit guter Milchleistung und einer Milch, die sich hervorragend für die Käseherstellung eignet.

Zuchtgeschichte deutsches Braunvieh

Torfrinder, die Vorfahren des Braunviehs, entwickelten sich aus einer Kreuzung von Kurzhornrindern aus dem Kaukasus und Vorderasien mit dem europäischen wilden Ur. Aus diesen Tieren entstanden über die Jahrhunderte mehrere Schläge Braunvieh im gesamten Alpenraum. Der Allgäuer Landschlag, auch Allgäuer Dachs genannt, zeichnete sich unter diesen Linien mit einer besonders hohen Milchleistung, Robustheit, Gesundheit und Fruchtbarkeit aus. Das kleine, leichte Rind wurde jedoch durch Verkäufe, Krankheiten und die Einfuhr von Landschlägen aus anderen Regionen verdrängt und ging so fast verloren. Die Zucht wurde mit Stieren aus der Schweiz und wenigen Einkreuzungen der Tiroler und Vorarlberger Schläge wiederaufgebaut, bis sie stabil und eigenständig weitergehen konnte. Die daraus entstandene Rasse ist heute noch als „Original Braunvieh“ bekannt und gilt als gefährdete Nutztierrasse.

Die nächste gravierende Veränderung brachten die Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Die sich verändernde Landwirtschaft schuf neue Bedingungen. Um die Milchleistung zu steigern und gleichzeitig die Fleischleistung zu erhalten und zu fördern, wurden Brown Swiss Bullen aus den USA eingekreuzt. Die Rasse entwickelte sich zu einem großrahmigeren, stärker milchbetonten Typ, dem Deutschen Braunvieh. Bis heute kreuzen Braunvieh-Züchter neben den eigenen Linien passende Top-Braunvieh-Bullen aus der ganzen Welt. Das erhält die bewährte Genügsamkeit, Langlebigkeit und Gesundheit und fördert gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Braunviehs.

Beschreibung deutsches Braunvieh

Braunvieh ist anpassungsfähig und hitzetolerant und kann sich in unwegsamem Gelände sowie auf steilen Bergweiden gut bewegen. Das macht die Milchrasse nicht nur für Bergregionen mit ständig wechselnder Witterung interessant, sondern auch für Gebiete mit heißem Klima. Die besonders langlebige Rasse gehört zu den milchbetonten Zweinutzungsrassen, wobei die Milchleistung klar im Vordergrund steht. Die Tiere zeigen eine gute Futteraufnahme bei ausgezeichneter Futterverwertung. Besonders für Braunvieh ist der hohe Anteil an Kappa-Kasein B im Milcheiweiß. Dieses Eiweiß ist wichtig für die Käseherstellung. Die einzige andere Rasse mit ähnlichen Mengen des Proteins ist Jersey.

Die 142 bis 155 Zentimeter großen Kühe und bis etwa 160 Zentimeter großen männlichen Tiere gehören zu den mittelgroßen Rassen. Das Fundament ist stabil, das Gewicht liegt bei Kühen idealerweise bei über 600 Kilo. Die Tiere sind einheitlich Braun bis Graubraun, wobei die Bullen etwas dunkler sind. Das Flotzmaul ist schwarz und hell umrandet, die hellen Hörner haben eine dunkle Spitze. Braunvieh-Kühe zeichnen sich durch ein gutes, festes Euter aus.

Milchleistung Braunvieh

Die Werte geben den Durchschnitt der getesteten MLP-Kühe im Jahr 2018 wieder.

  • Milchleistung: 7.665 kg
  • Fett, in Prozent: 4,2
  • Eiweiß, in Prozent: 3,6

Leistungsdaten Bullen:

  • Tägliche Zunahmen über 1000 g
  • Köralter: 450 Tage
  • Körpergewicht (als Jungbulle): über 500 kg

Bedeutung des Braunviehs in der Nahrungsmittelproduktion

Für Käsereien hat die Milch des Braunviehs einen besonderen Stellenwert. Die ohnehin eiweißreiche Milch enthält einen hohen Anteil des Kappa-Kasein B. Dieses Milchprotein hat Einflüsse auf die Gerinnungsfähigkeit der Milch und sorgt für eine stabile Gallerte nach Zusatz des Labs. Neben Braunvieh hat nur die Milch von Jersey-Rindern diese Eigenschaft. In der Zucht lässt sich darauf selektieren, in dem Bullen eingesetzt werden, die den hohen Kappa-Kasein-B-Anteil vererben.

Als milchbetontes Zweinutzungsrind zeichnet sich das Braunvieh vor allem durch eine gute Milchleistung aus. Über die Jahrhunderte konnten die Züchter aber auch die Fleischleistung herausarbeiten, weswegen die Bullen eine passable Mastleistung vorweisen können.

Autor: Maria Wildt

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