Futterknappheit: So stopfen Sie dank Futterbörsen im Winter alle Mäuler

Deutschen Landwirten geht das Futter aus – Urheber: Budimir Jevtic | Fotolia
Futterknappheit

Der Dürresommer ist vorbei, doch für landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung fängt die harte Zeit jetzt erst an. Durch Trockenheit waren die Ernten bei Silomais in weiten Teilen des Landes schlecht, der Ertrag auf dem Grünland viel zu gering, um damit die Tiere über den Winter zu bringen. Um nicht von teurer Importware abhängig zu sein, helfen sich Landwirte in einigen Regionen deshalb jetzt untereinander: mit Futterbörsen.

Nicht nur kaufen, sondern auch leihen: Futterbörsen

Auch in Krisenzeiten hat so mancher Betrieb noch etwas abzugeben. Sei es wegen Bestandsaufgabe, Fehlplanung oder weil die Futterproduktion zu den Betriebszweigen gehört. Andere suchen händeringend Winterfutter. Um diese Landwirte zusammenzubringen, haben verschiedene Kreise, Verbände und private Unternehmen Börsen zum Tausch und Handel von Futtermitteln eingerichtet. Futterbörsen in Ihrer Region finden Sie beispielsweise über die Landesbauernverbände, Kreisbauernverbände, Maschinenringe, Genossenschaften – sogar in sozialen Netzwerken.

Bei diesen Organisationen finden Sie unter anderem Online-Futterbörsen

Futter suchen und anbieten – so funktioniert’s

Im Grunde funktionieren die meisten Online-Futterbörsen wie Schwarze Bretter oder regionale Kleinanzeigen. Wer Futter oder Stroh anzubieten hat, kann dies über eine Eingabemaske in die Datenbank eingeben. Die Suche erfolgt über eine Suchmaske ähnlich wie bei einer Suchmaschine, Angebote werden außerdem in Listenform präsentiert.

Die Abwicklung erledigen Sie dann über Telefon oder E-Mail mit dem Anbieter oder Interessent persönlich. Auch Landwirte, die aktuell nicht liquide sind, haben Chancen, Winterfutter für ihre Tiere zu finden. So gibt es in manchen Futterbörsen Angebote, um Futter zu leihen oder zu einem späteren Zeitpunkt zu zahlen.

Tipp: In vielen Kreisen werden aktuell Brachflächen zur Grünfuttergewinnung freigegeben. Landwirte bauen außerdem zur kurzfristigen Futtergewinnung vermehrt Zwischenfrüchte als Feldfutter an. Schauen Sie sich deshalb auch nach frischem Grünfutter, Futterraps, Weidelgras- Silage, Winterrübsen, Futtererbsen, Ackerbohnen und Ähnlichem um.

Keine Futterbörse in der Nähe: Kleinanzeigen nutzen!

Kleinanzeigen-Sparten gibt es in lokalen Wochenblättern und auf deren Internetseiten.

Online-Kleinanzeigenmärkte gibt es von regionalen und überregionalen Anbietern, als mobile Version sogar als App fürs Smartphone.

Schauen Sie auch in ortsbezogene Facebook-Gruppen mit landwirtschaftlichen Themen oder solche, die als Angebotsplattform genutzt werden.

Beliebte Online-Kleinanzeigenportale

  • Ebay-Kleinanzeigen.de
  • Kalaydo.de
  • Facebook Marktplatz
  • Quoka.de
  • Markt.de
  • Dhd24.com
  • Kleinanzeigenwelt.com

Einfuhrverbot für Raufutter aus Schweinepest-Regionen

Falls Sie auf der Suche nach Heu und Grassilage auch nach Angeboten aus dem Ausland Ausschau halten, sollten Sie als Landwirt darauf achten, nicht aus Regionen zuzukaufen, in denen aktuell Tierseuchen auftreten.

Eine zurzeit auftretende Seuche, die auch Nutztiere und Tierfutter betrifft, ist die Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Viruserkrankung tritt weiterhin in Osteuropa auf (Ungarn, Polen, Baltikum, Moldawien, Rumänien, Bulgarien und Tschechien, Weißrussland, Russische Föderation, Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan).

Mittlerweile ist auch die Region Wallonien in Belgien betroffen. Die Seuche kommt also immer näher an deutsche Schweinebestände heran, daher sind Einfuhr und Verfütterung von möglicherweise mit dem Erreger kontaminiertem Futter aus diesen Regionen verboten.

Überprüfen Sie als Landwirt bei Futterangeboten immer die genaue Herkunft und meiden Sie vor allem Futter aus Seuchengebieten. Dies gilt auch für Betriebe, die keine Schweine halten, da Kontaminierungen auch über Wildtiere und Schadnager auf Wildbestände und Nachbarbetriebe übertragen werden können.

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