Für Milchleistung und Tiergesundheit: So bauen Sie eine stationäre Weidetränke

Kuh säuft Wasser – Urheber: Budimir Jevtic | Fotolia
Kuh säuft Wasser

Die optimale Versorgung Ihrer Tiere mit Wasser erreichen Sie mit einer stationären Weidetränke. Sie bietet viele Vorteile für die Tiere – und erspart Ihnen als Landwirt auch Arbeit, da Sie künftig nicht mehr die Wasserfässer auffüllen müssen. Am Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft im bayerischen Grub wurde eine kostengünstige, selbst gebaute stationäre Weidetränke entwickelt und sehr erfolgreich getestet. Hier lesen Sie Schritt für Schritt, wie Sie dabei am besten vorgehen:

Wie kommt man Schritt für Schritt zur selbst gebauten Tränke?

Schritt 1: Ermitteln Sie die passende Anzahl der Tränken und verteilen sie richtig

Als Erstes gilt es, die Anzahl und die Verteilung der Tränken auf der Weide zu planen. Für die Anzahl gilt folgende Faustregel:

  • Eine Tränkestelle reicht für 20 bis 25 Kühe in traditionellen Weidesystemen (z. B. Portionsweide).
  • Je eine Tränke ist nötig für 2 bis 4 ha Kurzrasenweide. (Je unruhiger das Gelände und je extremer die Form der Weidefläche desto mehr Tränken benötigen Sie.)

Informieren Sie sich im Zweifel unbedingt bei Ihrer Gemeinde, der Telekom bzw. dem Stromanbieter, ob sich im Boden bereits Leitungen (Strom, Telefon, Wasser, Gas) befinden. Wenn ja, planen Sie diese mit ein, auch im Hinblick auf die Verlegung der Zuleitungen. Für die optimale Verteilung erstellen Sie ein Flächenbild und zeichnen darauf die benötigte Anzahl Tränkestellen ein.

So verteilen Sie die Tränkestellen richtig

  • Verteilen Sie die Plätze so gut wie möglich, damit die Weide gleichmäßig abgefressen wird.
  • Die Stelle(n) zum Weideein- und austrieb sind tabu.
  • Wählen Sie für die Tränkestellen Erhebungen im Gelände und vermeiden Sie unbedingt die Senken.
  • Für den Abstand zum Rand der Weide gilt: Er darf nicht mehr als 150 m betragen, aber auch nicht zu nah am Rand sein, damit die Kühe von allen Seiten an die Tränke können und so weniger Trittbelastung entsteht.
  • Der maximale Abstand zwischen den Tränken beträgt 300 m.

Schritt 2: Zuleitungen richtig planen

  • Legen Sie die Leitungen immer in gerader Linie, damit Sie später den Verlauf nachvollziehen können.
  • Verwenden Sie PE-Leitungen (Kunststoff) mit maximal 10 bar Wasserdruck/¾ Zoll. Bei Längen über 1 km benötigen Sie Ein-Zoll-Leitungen.
  • Wenn Sie eine Hauptleitung legen und von dieser Abzweigungen zu den einzelnen Tränken, benötigen Sie entsprechend viele Verbindungsstücke.
  • An den Tränkestandorten brauchen Sie Absperrhähne.
  • Für das Verlegen verwenden Sie einen Drainagepflug oder einen speziellen Schlauchpflug mit gleichzeitigem Schlaucheinzug.

Schritt 3: Leitungen richtig verlegen

  • Fahren Sie auf möglichst trockenem Boden und in Schrittgeschwindigkeit, um die Narbenschäden so gering wie möglich zu halten.
  • Die Verlegetiefe beträgt 40 bis 50 cm.
  • Bei Abzweigungsstellen von der Hauptleitung graben Sie ein Loch, um die Verbindung einsetzen zu können.
  • Am Standort einer Tränke heben Sie den Pflug aus der Erde. Schneiden Sie den Schlauch nach circa 50 weiteren, freien Zentimetern ab. Bringen Sie hier einen Absperrhahn an.

Schritt 4: Was Sie für die Weidetränke benötigen

Sie brauchen:

  • eine 90-Liter-Mörtelwanne (Radius circa 65 cm), alternativ ein Edelstahlgefäß
  • ein Brett aus hartem Holz (Eiche, Lärche): Passen Sie das Brett so an die Form der Wanne an und schrauben es dann auf den Griffwulst auf, dass es diese zu maximal einem Drittel abdeckt.
  • Schwimmerventil mit einem Wasserdurchsatz von mindestens 20 l/Minute: Bringen Sie das Ventil unterhalb des Brettes an und verbinden es mit einem circa 2 m langen Gartenschlauch.

Schritt 5: Installieren Sie die Tränke auf der Weide

Sie benötigen:

  • Betonrohr: 1 m lang (für Kälbertränke reichen 80 cm), Innendurchmesser 80 cm (muss circa 10 cm größer sein als der Durchmesser der Mörtelwanne)
  • lehmigen Wegekies

Schieben Sie am geplanten Standort den Humus in einem Bereich von circa 2 m ab. Graben Sie das Betonrohr so ein, dass sich die Wasserzuleitung innerhalb des Rings befindet und dass es zwischen 20 und 30 cm tief steht. Um das Rohr herum füllen Sie den Platz mit Wegekies auf. Innerhalb des Rings füllen Sie ebenfalls Wegekies ein. Die Mörtelwanne (die eigentliche Tränke) kommt so in den Betonring, dass ihr oberer Rand 10−15 cm unterhalb des Betonrandes liegt. Der Abstand zwischen der Wanne und dem Betonring dient der Hygiene (Tierhaare oder Vogelkot fallen dazwischen).

Checkliste: Merkmale einer optimalen stationären Weidetränke

  • Die Kühe können jederzeit stressfrei ihren Wasserbedarf decken.
  • Sie fördert die gleichmäßige Beweidung und Verteilung der Exkremente.
  • Der Boden rund um die Tränke wird nicht übermäßig belastet.
  • Sie ist kostengünstig.

Reinigung der Weidetränke

Durch das ständig frisch zufließende Wasser reinigt sich die Tränke gut selbst. Wenn sie doch mal stärker verschmutzt ist, schöpfen Sie so viel Wasser wie möglich mit einem Eimer heraus. Heben Sie die Tränke aus dem Betonrohr und reinigen Sie sie bequem mit dem Gartenschlauch.

Was passiert bei Frost?

Bei starkem Frost müssen Sie das Wasser aus den Leitungen lassen. Entweder planen Sie gleich zu Anfang an der tiefsten Stelle des Geländes (geht nur bei Gefälle) einen Ablasshahn in einem Betonschacht. Oder Sie benötigen einen Druckluftkompressor zum Durchblasen der Leitungen.

Regelmäßige Kontrolle der Tränke

Installieren Sie am Beginn der Leitung eine Wasseruhr. Stehen keine Kühe auf der Weide und die Uhr zeigt trotzdem Wasserverbrauch an, wissen Sie gleich, dass (höchstwahrscheinlich) das Schwimmerventil defekt ist.

Wasserfässer: Unbedingt aufrüsten!

Sollten Sie Ihre Tiere auf der Weide – wie die längste Zeit überall üblich – noch per Wasserfass mit Zungentränke versorgen, ist Handeln angesagt. Denn mit diesem System erreichen Sie eben nicht, was Sie wollen: Das größtmögliche Wohlbefinden Ihrer Tiere und eine zufriedenstellende Milchleistung. Die Kuh kann ihr natürliches Saufverhalten nicht ausleben. Und sie trinkt zu wenig, weil der Wasserdurchfluss zu gering ist. Außerdem erhitzt sich das Wasser im Fass im Sommer zu stark.

Empfehlung: Falls Sie aus zwingenden Gründen nicht anders können, als Fässer aufzustellen: Rüsten Sie diese mit einer Trogtränke auf. So können Ihre Tiere arttypischer und damit mehr saufen: Die Körperhaltung beim Trinken ist natürlicher. Es können mehrere Tiere gleichzeitig trinken. Und da ein Tier mehr Wasser in kürzerer Zeit aufnimmt, kommen auch die rangniedrigen Kühe besser zum Saufen. Ein Fass reicht für maximal 20 Kühe. Bei einer größeren Herde unbedingt mehrere Fässer aufstellen!

So trinken Kühe gern

Wie trinkt die Kuh?

Kühe wollen frei und in langen Zügen saufen, etwa 10 l in einer halben Minute. Dafür brauchen sie eine offene Wasseroberfläche, in die sie ihr Maul ein paar Zentimeter tief eintauchen können. Die Nasenlöcher müssen beim Trinken frei bleiben. Optimal sind daher flache Tränken mit einem Wasserspiegel zwischen 15 und 30 cm. Kühe trinken gerne gemeinsam. Damit auch rangniedere Kühe zum Saufen kommen, müssen die Tränken entsprechend zahlreich sein. Ist der Weg zum Wasser zu lang (über 150 m), gehen sie erst bei bereits sehr großem Durst zur Tränke.

Wie viel trinkt die Kuh?

Wasser muss ständig in unbegrenzter Menge angeboten werden, und zwar dort, wo die Kuh frisst. Kühe trinken nicht über den Durst. Für jeden Liter Milch, den die Kuh produziert, braucht sie circa 3 l Wasser. Nur ein kleiner Teil davon wird über das Grünfutter gedeckt. Auf der Weide schwankt der tägliche Wasserbedarf stark. Ist es nass und kühl, trinkt eine Kuh vielleicht nur 20 l am Tag. Ist es so richtig heiß, können es bis zu 150 l täglich werden. Die Tränke auf Ihrer Weide muss so angelegt sein, dass sie den Spitzenverbrauch im Sommer leisten kann.

Was trinkt die Kuh?

Kühe brauchen frisches, sauberes Wasser. Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften für die Qualität von Tränkwasser (eventuell allerdings private Standards von Molkereien). Aber: Sie sollten Ihren Tieren nur Wasser anbieten, das Sie selbst trinken würden. Für die Temperatur gilt: Hauptsache nicht zu warm. Kühe haben mit kühlem Wasser keine Probleme, sie trinken nicht – wie oft angenommen – mehr, wenn das Wasser Körpertemperatur hat.

Trinkwasser ist grundsätzlich auch für die Tiere gut. Sollten Sie aber nach Gründen suchen, warum Sie gewisse Probleme bei den Tieren feststellen, erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde nach den Werten des Trinkwassers. Eine Tabelle mit Orientierungswerten für Tränkwasser sowie guten Beschreibungen, was zu hohe/zu niedrige Werte bei den Tieren auslösen können, finden Sie hier.

Wenn Sie Wasser aus Ihrem eigenen Brunnen verwenden, sollten Sie die Qualität des Wassers einmal im Jahr überprüfen lassen. Das Wasser muss definitiv frei sein von Coli- und Campylobacter- Bakterien sowie von Salmonellen.

Für die Beprobung gilt: Die Probe direkt an der Quelle (für Trinkwasser: Abzweigestelle vom Wassernetz) sagt Ihnen, ob das Wasser grundsätzlich für die Tränke geeignet ist. Falls Sie bereits Probleme mit der Tiergesundheit festgestellt haben, ziehen Sie eine zusätzliche Probe direkt an der Tränke. Denn das Wasser kann sich auf dem Weg von der Quelle bis zur Tränke noch einmal verändern. Für Grundwerte wie den pH-Wert, Sulfat, Nitrat oder Carbonat können Sie einfache Teststreifen aus dem Handel verwenden.

Aufgefangenes Regenwasser sollten Sie grundsätzlich nicht als Tränkwasser verwenden (nur als Brauchwasser).

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