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Unkrautbekämpfung: So verhilft Ihnen der Strohstriegel zu besseren Erträgen

Urheber: numiz | Fotolia
Strohstriegel

Der Ackerfuchsschwanz verbreitet sich rasant und bildet weiter gefährliche Resistenzen. So sind auch wir in Deutschland nicht mehr weit von englischen Verhältnissen entfernt – wo sich bereits ein multiresistenter Ackerfuchsschwanz ausbreitet. Weil immer mehr chemische Substanzen unter Beschuss stehen erlebt der Strohstriegel selbst in der konventionellen Landwirtschaft eine echte Renaissance. Prüfen Sie als Ackerbauer jetzt die Einsatzmöglichkeiten auf Ihren Flächen, schließlich kann das gefährliche Ungras schnell 50 % Ihrer Ernte zunichtemachen.

Neben den immer engeren Grenzen, die Politik, aber auch der zunehmende Resistenzdruck uns setzen, steigt auch der Druck aus der breiten Öffentlichkeit immer stärker, alternative Möglichkeiten zu finden, dem Unkrautdruck mechanisch Herr zu werden. Doch mit dem Einsatz von Striegeln auf Ihren Flächen können Sie noch mehr erreichen als die bloße Stoppelbearbeitung.

Nutzen Sie alle 3 Einsatzgebiete des Striegels auf Ihren Flächen

1. Optimieren Sie die Strohverteilung auf Ihren Ackerflächen

Ziel der nicht-wendenden Bodenbearbeitung ist es, dass die Reste von Vor- und Zwischenfrüchten an der Oberfläche bleiben, um so die schützende Mulchschicht zu bilden. Das Problem dabei: Ungleichmäßig verteilte Stroh- und Spreureste verhindern zum einen eine gleichmäßige Einsaat, aber auch die Keimung. Im schlimmsten Fall kann es beim Abbau der Rückstände zu chemischen Wechselwirkungen kommen, die Keimung und Wurzelwachstum der Jungpflanzen hemmen.

Wo Sie den Strohstriegel besonders erfolgreich einsetzen

Gerade in der Direkt- und Mulchsaat kann der Strohstriegel das entscheidende Tüpfelchen auf dem i sein, schließlich kommt es hier auf eine optimierte Verteilung der Rückstände von Stroh und Spreu an. Schaffen Sie mit dem Strohstriegel die optimalen Voraussetzungen für das Keimen und Wachsen Ihrer Hauptkultur.

2. Unkraut, Ungräser und Schneckenbefall – so unterstützt Sie der Striegel

Sie können Striegel hervorragend einsetzen, um Unkrautsamen und Ausfallgetreide zum Keimen anzuregen und dabei gleichzeitig auch noch Schnecken zu bekämpfen, indem Sie bereits im ersten Striegeldurchgang deren Nester und Eier zerstören. So gehen Sie typischerweise vor:

  • Erstes Striegeln: Hier entwurzeln Sie die Unkräuter.
  • 2. Striegeln. Nun entfernen Sie nachkeimendes Unkraut.
  • Nur in Ausnahmefällen ist ein 3. Durchgang notwendig, um dem Unkraut Herr zu werden.

Gerade wenn Ihre Flächen stark mit dem Ackerfuchsschwanz besetzt sind, sollten Sie im ersten Bearbeitungsgang auf eine möglichst flache Bearbeitung setzen, um damit die Grundlage für eine mechanische Bekämpfung zu schaffen.

Vorteilhaft hier ist: Reißt der Striegel das bereits gekeimte Unkraut aus, bleiben Feuchtigkeit, die organische Substanz und die Struktur des Bodens erhalten – mit allen Vorteilen und Konsequenzen.

Die schlechte Nachricht vorneweg: Da die Unkrautbekämpfung mit dem Striegel ein Zusammenspiel aus folgenden komplexen Determinanten ist, kann es kein allgemeingültiges Vorgehen geben, wie Sie den Striegel erfolgreich einsetzen:

  • Bodenzustand
  • Kulturpflanzenbestand. So können sich Kulturpflanzen – und hier sogar auch die Sorten – unterschiedlich gut oder schlecht vom Striegeleinsatz regenerieren.
  • Unkrautbestand. Hier müssen Sie Kenntnis über die Keimung, die Entwicklungsgeschwindigkeit und welchen Konkurrenzdruck sie auf die Kulturpflanze ausübt, berücksichtigen.
  • Witterung

So einfach wie der Vorgang des Striegelns ist, umso komplexer doch das Zusammenspiel der beeinflussenden Faktoren.

3. Ideale Einsatzbedingungen für den Strohstriegel

Besonders gut können Sie den Striegel auf krümeligen und ebenen Böden einsetzen. Welche Wetterbedingungen vorliegen sollen, um die besten Voraussetzungen für den Erfolg des Striegelns zu bieten, hängt von den übrigen Gegebenheiten ab. So verhindert die Trockenheit von sehr schweren Böden, dass die Zinken ausreichend Wirkung erzielen. Auf der anderen Seite ist gerade trockenes Wetter ideal, damit das Unkraut schnell an der Bodenoberfläche vertrocknet.

Einsatz-Tipp: Welche Pflanzen können Sie mit dem Strohstriegel bearbeiten?

Besonders vorteilhaft ist, dass Sie den Striegel grundsätzlich für alle Kulturen einsetzen können. Wie z. B. für:

  • Getreidearten
  • Kartoffeln
  • Körnerleguminosen
Tipp: 2 Faktoren entscheiden, wie erfolgreich das Striegeln Ihrer Flächen sein wird: zum einen die richtige Eintrittstiefe, also ob Sie den Striegel optimal eingestellt haben. Es reichen bereits 3 cm aus, um die Unkräuter zu entwurzeln oder zumindest mit Erde zu verschütten.

2. Erfolgsfaktor ist, dass Sie den optimalen Zeitpunkt auswählen. Wählen Sie einen Zeitpunkt, zu dem Ihre Kultur deutlich höher als das zu bekämpfende Unkraut ist. Sonst laufen Sie Gefahr, dass der Zinken auch Ihre Kulturen entwurzelt.

Achten Sie darauf, dass die Federwege so lang sind, dass diese die Unebenheiten Ihrer Ackerflächen ausgleichen können. Sonst bekommen Sie ähnliche Probleme wie mit der Scheibenegge und die Zinken beginnen bei zu starken Unebenheiten zu hüpfen.

Achtung! Wählen Sie eine zu geringe Arbeitstiefe, kann der unebene Boden oft nicht durchdrungen und so keine ausreichende Bodenbewegung erreicht werden. Doch noch gefährlicher ist eine zu große Arbeitstiefe, da Sie hier Ihre Kulturpflanzen oder die Saatablage gefährden. Im schlimmsten Fall regen Sie durch die starke Bodenbewegung die Unkrautneukeimung sogar noch stärker an und führen zu einer Destabilisierung der Krümel. Last but not least: Bessere Unkrautvernichtungserfolge sind bei einer größeren Arbeitstiefe auch nicht zu erwarten.

Je nach Kulturart optimieren Sie die Ergebnisse durch die Anpassung von

  • Arbeitstiefe,
  • Arbeitstempo,
  • Einstellwinkel und
  • Einsatzzeitpunkt.

So prüfen Sie, ob die Zinken optimal eingestellt sind

  1. Richten Sie zunächst den gesamten Striegel über den Oberlenker waagerecht aus.
  2. Schwenken Sie nun bei direkt gefederten Zinken die Verschleißenden der Zinken möglichst senkrecht zur Bodenoberfläche. Das hat den großen Vorteil, dass die Zinken so einen möglichst großen Federweg nutzen könne und auch bei unebener Bodenbeschaffenheit sicher arbeiten. Bei Striegeln mit indirekten Federn, bei denen Sie also die Schraubenfedern demontieren können, ist die Winkelstellung an sich weniger relevant, da die senkrecht stehenden Zinkenden den Boden grundsätzlich weitflächiger bearbeiten.
  3. Setzen Sie die Grundeinstellung zunächst auf 4 cm im ruhenden Zustand.
Tipp: Regulieren Sie jeweils die Arbeitstiefe der vorderen und hinteren Zinkenreihen über den Oberlenker. Heben Sie die hinteren Zinkenreihen etwas an, denn diese laufen ja durch bereits gelockerten Boden und könnten sonst zu tief laufen.
  1. Setzen Sie auf hohe Geschwindigkeit: Mit einer Erhöhung des Tempos um 1 km/h können Sie die Wirksamkeit Ihres Striegels um 1 bis 2 % erhöhen. Versuchen Sie also zunächst, das Tempo zu erhöhen, wenn Sie die Bearbeitung verbessern möchten, bevor Sie den Striegel steiler einstellen. Aber Achtung! Achten Sie weiterhin darauf, dass Ihre Kulturpflanzen durch den rasanten Fahrstil nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.
Tipp: Regulieren Sie jeweils die Arbeitstiefe der vorderen und hinteren Zinkenreihen über den Oberlenker. Heben Sie die hinteren Zinkenreihen etwas an, denn diese laufen ja durch bereits gelockerten Boden und könnten sonst zu tief laufen.

Mit der Geschwindigkeit legen Sie zu großen Teilen die Bearbeitungsintensität fest. Um die optimale Einstellung des Striegels zu testen, fahren Sie in einem Probelauf nicht schneller als 5 km/h.

Wie Sie den besten Zeitpunkt zum Striegeln finden

Befinden sich die Unkräuter im Keimblattstadium, haben Sie die Chance, diese zu 90 % durchs Striegeln zu vernichten. Jeder Tag, der dann vergeht, bedeutet schwierigere Voraussetzungen und geringere Erfolgsaussichten für Ihre Unkrautbekämpfung. Beachten Sie, jeder Striegeldurchgang führt zur Keimung einer weiteren Unkrautgeneration. Dieser werden Sie erneut mit einem Striegeldurchgang Herr, so lange, bis Ihre Kulturen konkurrenzstark sind.

Achtung! Beachten Sie die kulturartabhängigen Sperrzeiten, in denen Ihre jeweilige Feldfrucht besonders sensibel auf mechanische Störungen, wie z. B. durchs Striegeln, reagiert. Gerade im 2-Blatt-Stadium ist hier höchste Vorsicht geboten.

Auch wenn Striegeln im Einblattstadium und sogar beim Spitzen der Frucht möglich ist, lauert hier eine große Gefahr, die erst mit zeitlicher Verzögerung ersichtlich wird. Nämlich, dass durch das Striegeln die Keime abbrechen und der dadurch reduzierte Pflanzenbestand den Unkräutern Platz für ihre Ausbreitung macht.

Ab dem 3. Blattstadium sind Ihre Kulturen im Allgemeinen robust genug, dem Striegel standzuhalten. Haben Sie jedoch bis zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Pflegemaßnahmen ergriffen, wird meist auch bereits ein deutlicher Unkrautdruck aufgetreten sein, dem Sie nur schwer Herr werden können. Es bleibt ein Balanceakt.

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