Für wen sich eine Beregnungs- oder Bewässerungsanlage lohnt – und wie Sie sich interessante Zuschüsse sichern

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Beregnung in der Landwirtschaft

Anhaltende Trockenheit steigert bei vielen Ackerbauern den Wunsch nach Unabhängigkeit vom Regengott. Welche Möglichkeiten Beregnungs- und Bewässerungsanlagen bieten, für wen sich die Investition rechnet und welche Förderungen Sie sich sichern können, lesen Sie hier.

Nicht nur Futterbetriebe, auch viele Ackerbaubetriebe bangen um ihre Erträge. Denn neben den direkten Auswirkungen durch die Trockenheit können Ihre Kulturen auch dann negative Auswirkungen zu spüren bekommen, wenn im Frühsommer erneut Starkregen einsetzt. Denn diesen Wassermassen sind die stark ausgetrockneten Böden kaum gewachsen, Verschlämmerung und Bodenerosion drohen. Ackerbauern bleiben dann 2 Möglichkeiten:

  1. Sie setzen verstärkt auf den Anbau trockenstressresistenterer Sorten, was jedoch die drohende Bodenerosion auch nicht entschärft, oder
  2. Sie befreien sich durch aktive Bewässerung bzw. Beregnung Ihrer landwirtschaftlicher Kulturen.
Förder-Tipp: Es gab immer mal wieder Bestrebungen, die Beregnungsförderung als Teil der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) auszuschließen. Doch das konnte abgewendet werden. Sie haben also weiterhin die Möglichkeit, einen Zuschuss im Rahmen der GAK für Ihre Investition in Beregnungs- und Bewässerungsanlagen zu erhalten. Und auch die Länder bieten im Rahmen ihrer Förderprogramme weitere Zuschüsse für ressourcen- und produktionsoptimierende Investitionen an.

Entscheidungshilfe: So finden Sie die passende Beregnungsanlage für Ihre Ackerflächen

Bewegliche Beregnungsanlagen

Vorteile Nachteile Empfehlung
  • kostengünstig
  • flexibel einsetzbar
  • müssen zur Beregnung auf- und später wieder abgebaut werden
  • Oberflächenwasser oder oberflächennahes Grundwasser muss in Feldnähe vorhanden sein.
  • zeit- und arbeitsintesiv
als Einsteigermodelle, für kleinere Ackerflächen oder unzusammenhängende Schläge

Teilortsfeste Beregnungsanlagen

Vorteile Nachteile Empfehlung
  • mittleres Preissegment
  • flexibel einsetzbar
Aufwendiger als bewegliche Beregnungsanlagen durch feste Pumpstation und Wasserentnahmestelle sowie eine meist unterirdisch verlegte Hauptleitung mit Hydranten. Als Hydrant werden bewegliche Anlageteil Einzelbetriebe mit arrondierter Lage sowie für Beregnungsverbände

Ortsfeste Beregnungsanlagen

Vorteile Nachteile Empfehlung
arbeitet weitestgehend automatisiert kapitalintensiv für Dauerkulturen und Beregnungsfruchtfolgen

Welche Bewässerung/Beregnung sich für Ihre Flächen eignet

Beurteilungs­kriterium Oberflächen­bewässerung Unterflur­bewässerung Beregnung Tropf­bewässerung
Geeignete Böden schwere Böden, möglichst eben leitfähiger Oberboden
undurchlässiger Untergrund
möglichst eben, kein Gefälle
alle Böden, leichtes Gefälle möglich alle Böden, leichtes Gefälle
Geeignete Kulturarten stauwasser­tolerante Arten (wie z. B. Reis) alle alle Dauerkulturen, wie Wein und Obst
Gemüseanbau
Installations­kosten gering gering mittel hoch
Verdunstungs­verluste hoch gering hoch gering
Versickerungs­verluste mittel hoch gering gering
Gefahr der Verschlämmerung mittel gering hoch mittel

So sorgen Sie dafür, dass Ihre Bank die geplante Bewässerungsanlage auch finanziert!

Bewässerungsanlagen sind teuer und vielen Landwirten fehlt die nötige Liquidität, um sich vor den Folgen weiterer Trockenperioden zu schützen. Da hilft nur eins: ein Bankkredit. Doch der ist schwer zu bekommen. 5 Tipps, damit Ihre Bank Ihnen als Landwirt Geld leiht:

Der Markt ist gut: Nutzen Sie als Landwirt die niedrigen Zinsen!

Die Rahmenbedingungen sind günstig wie selten zuvor: Noch sind die Kreditzinsen niedrig und die Banken haben kaum andere Wege, um Geld zu verdienen, als über die Vergabe von Krediten. Trotzdem scheitern vor allem bei Landwirten immer noch viele Kreditanträge. Das liegt daran, dass Sie als Landwirt oft nicht wissen, wie ein Bankberater tickt. Dabei erfolgt die Kreditvergabe an Landwirte eigentlich immer nach den gleichen 4 Schritten:

  • Schritt Nr. 1: Als Landwirt stellen Sie bei Ihrer Bank einen Kreditantrag.
  • Schritt Nr. 2: Die Bank führt eine Bonitätsprüfung durch, die durch ein internes Rating erfolgt.
  • Schritt Nr. 3: Die Bank trifft die Entscheidung, zu welchen Konditionen, also z. B. zu welchem Zins, sie Ihnen als Landwirt Geld leihen will.
  • Schritt Nr. 4: Schließlich trifft die Bank ihre Kreditentscheidung.

Für Sie als Landwirt ist es deshalb wichtig, die richtigen Vorbereitungen zu treffen, damit die Kreditvergabe unkompliziert verläuft. Hier sind meine 5 Tipps, damit die Kreditentscheidung in Ihrem Fall günstig ausfällt:

5 Tipps, mit denen es mit dem Kredit auch wirklich klappt

Tipp Nr. 1: Klären Sie die persönlichen Umstände

Für Ihre Bank ist es wichtig zu wissen, mit wem sie Geschäfte macht. Bei der Kreditentscheidung spielen neben den blanken Zahlen auch oft persönliche Belange eine große Rolle. Schlecht für die Kreditentscheidung sind z. B.

  • familiäre Probleme, wie etwa eine Ehescheidung,
  • eine ungeklärte Hofnachfolge,
  • eine Beeinträchtigung der persönlichen Leistungsfähigkeit oder
  • ein Alter von mehr als 60 Jahren.

Klären Sie als Landwirt also solche Dinge, bevor Sie bei der Bank einen Kreditantrag stellen.

Tipp Nr. 2: Sorgen Sie für saubere Auskünfte

Neben dem internen Rating verlässt Ihre Bank sich auch auf Auskünfte von anderen Wirtschaftsagenturen, wie z. B. der SCHUFA. Zu einer weißen Weste gehören

  • eine positive SCHUFA-Auskunft,
  • eine ordnungsgemäße Rückführung von früheren Krediten oder Leasingverträgen,
  • eine ordnungsgemäße Rückführung von bestehenden Krediten oder Leasingverträgen,
  • keine gegen Sie vorliegenden Mahnbescheide,
  • keine negativen Eintragungen im Schuldnerverzeichnis, wie z. B. Pfändungen oder Haftbefehle, und
  • positive Auskünfte anderer Banken.

Tipp Nr. 3: Stellen Sie alle Unterlagen für die Bank zusammen

Fakten, Fakten, Fakten. Darauf stützt jede Bank ihre Kreditentscheidungen. Ihre Bank ist da keine Ausnahme. Deshalb sollten Sie als Landwirt rechtzeitig, bevor Sie den Kreditantrag stellen, alle Unterlagen beisammenhaben, die die Bank von Ihnen verlangt, um ihre Entscheidung treffen zu können.

Tipp Nr. 4: Je transparenter, desto besser

Ihr Bankberater kennt Sie. Er kennt Ihren Hof. Und das schon seit Jahren. Trotzdem: Für die Kreditentscheidung reicht das noch nicht. Geht es darum, Ihnen als Landwirt Geld zu leihen, will Ihre Bank noch viel mehr über Sie wissen. Deshalb sollten Sie sich rechtzeitig vor dem Kreditantrag darauf vorbereiten, welche Informationen Ihre Bank haben möchte.

Tipp Nr. 5: Verhandeln Sie clever!

Spielen Sie zum Schluss Ihre große Stärke als Landwirt aus: Ihr Verhandlungsgeschick! Denn für einen Kredit gilt das Gleiche, was für andere Geschäfte auch gilt: Je besser Sie verhandeln können, desto leichter können Sie Ihre Bank überzeugen und desto besser sind die Konditionen, die Sie für Ihren Kredit bekommen. Bereiten Sie sich deshalb auf das Kreditgespräch bei Ihrer Bank optimal vor. Dazu gehört nicht nur, dass Sie als Landwirt überzeugend darstellen können, warum die aktuelle Investition sinnvoll ist, sondern auch, warum sie gerade jetzt erfolgen soll. Dazu können Sie auf die Information des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) zurückgreifen, das Sie als Landwirt ganz aktuell dazu aufruft, Investitionen zu tätigen, um sich vor künftigen Missernten infolge von Trockenperioden zu schützen. Es schadet also auch nichts, wenn Sie sich als Landwirt gut informiert zeigen, z. B. über den Klimawandel.

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