So verbannen Sie Feldmäuse erfolgreich von Ihrem Acker

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Feldmaus

Leider mehren sich wieder einmal die Berichte über Ackerflächen, die von einer ganzen Schar von Feldmäusen heimgesucht werden, die enorme Schäden anrichten. Auch vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Möglichkeiten gibt, um den Schadnagern mit chemischen Mitteln zu Leibe zu rücken, wird es zukünftig immer wichtiger werden, den Nager mit ackerbaulichen Maßnahmen zu vertreiben. So geht’s!

Wie so oft hat auch hier die Medaille 2 Seiten. Moderne Anbauverfahren, wie z. B. der verstärkte Anbau von Winterkulturen, bringen einen ganzen Strauß von Vorteilen mit sich, bereiten der gemeinen Feldmaus jedoch auch beste Bedingungen, sich einzunisten.

Diese Faktoren fördern das Aufkommen von Feldmäusen

  • Anbau von Winterkulturen
  • minimale Bodenbearbeitung, die im Gegensatz zum Pflugeinsatz der Maus entgegenkommen
  • weit reichendes Verbot der maschinellen Ausbringung von Rodentiziden

Da der Massenbefall mit Feldmäusen meist in Zyklen von 3 bis 4 Jahren auftritt, wird ihre Bekämpfung – in ruhigeren Zeiten – nicht selten vernachlässigt.

Achtung! Bleiben Sie am Ball und verhindern Sie auch in den Aufbaujahren des Befalls, dass es sich die Plagegeister auf Ihren Flächen gemütlich machen.

Feldmäuse lieben dichten Bewuchs

Je dichter Ihre Bestände sind, desto schwieriger wird es für Sie auf der einen Seite, dort die Mäuselöcher zu entdecken. Und auf der anderen Seite fühlen sich die Feldmäuse umso wohler, je dichter der Bewuchs ist, sind sie doch so auch gut vor potenziellen Angreifern, wie z. B. den Greifvögeln, geschützt.

Diese Ackerflächen sind besonders gefährdet

  • Ihre tiefgründigeren Ackerflächen mit gutem Bewuchs denn hier finden die Nager neben einer guten Deckung auch noch ein attraktives Nahrungsangebot.
  • Böden, die Sie nur minimal bearbeiten, wie z. B. im Drill-Strip- Verfahren oder per Direktsaat bestellte Flächen
  • Flächen, auf denen Sie mehrjährige Futterkulturen, Klee- und Grassamenvermehrungsbestände sowie Winterkulturen anbauen
  • Ihre Flächen, die an Brachland oder Gräben angrenzen. Diese sind der optimale Lebensraum für die Mäuse, die von dort aus jedoch auch schnell auf Ihre bestellten Flächen umziehen können.

So erkennen Sie, ob Sie gegen Feldmäuse  tätig werden müssen

Nutzen Sie die bewährte Lochtretmethode, indem Sie eine 16 x 16 m² große Kontrollfläche mit Stäben markieren. Treten Sie alle in diesem Bereich vorhandenen Mäuselöcher dicht. Nach 24 Stunden prüfen Sie, wie viele der Löcher von den Mäusen wieder geöffnet wurden. Wird auf Ihren Flächen die im Folgenden aufgeführte Anzahl Mäuselöcher innerhalb von 24 Stunden wieder geöffnet, besteht dringender Handlungsbedarf für Sie.

Übersicht: Handlungsbedarf gegen Feldmäuse

Kultur Zeitraum Anzahl der wieder geöffneten Löcher
Wintergetreide Oktober bis April
Anfang Mai
4-6
5-6
Mehrjährige Futterkulturen nach 1. Schnitt
nach 2. Schnitt
5
11
Vermehrungskulturen ganzjährig 3-6
Sonstige Kulturen ganzjährig 5-10

Die 5 besten Tipps gegen die Feldmausplage

1. Tipp: Verhindern Sie die Bildung von Strohnestern

Mit einer gleichmäßigen Strohverteilung bereits während der Ernte, gelingt es im Allgemeinen gut, Strohnester zu verhindern. Diese bieten den Nagern von vornherein ein gutes Versteck und günstige Lebensbedingungen.

2. Tipp: Optimieren Sie die Bedingungen für Greifvögel

Dazu bedarf es nicht viel. Sorgen Sie mit einer Sitzstange dafür, dass Greifvögel einen besonders guten Blick auf den Befall haben. Sitzstangen bieten sich gerade auf Ihren Brachflächen an, um den Bestandsaufbau der Nager langfristig zu unterbinden.

3. Tipp: Überdenken Sie Ihre Bodenbearbeitungsverfahren

Mit einer tiefen, insbesondere der wendenden Bodenbearbeitung zerstören Sie die kompletten Bodensysteme der Feldmäuse. Hierzu muss Ihre Bodenbearbeitung mindestens 20 cm tief gehen. Alternativ können Sie auch mit dem tieferen Grubbereinsatz für nachhaltige Erfolge bei der Nagerbekämpfung sorgen. Führen Sie mindestens eine intensive Stoppelbearbeitung durch, wenn keine Pflugbearbeitung möglich ist.

4. Tipp: Ziehen Sie eine Pflugfurche am Schlagrand

So verhindern Sie, dass die Plagegeister von Brachflächen und Böschungen leicht auf Ihre bestellten Flächen übersiedeln.

5. Tipp: Setzen Sie Rodentizide ein

Sind Ihre Flächen befallen, müssen Sie direkt im Anschluss an die Winteraussaat z. B. über die oben erläuterte Lochtretmethode den Befall analysieren und ggf. mit Rodentiziden bekämpfen. Hier gilt: je früher, desto besser. Sie erzielen die beste Wirkung, wenn es möglichst trocken ist. Gegenwärtig können Sie nur noch die Rodentizide mit dem Wirkstoff Zinkphosphid einsetzen. Die aus sterilisiertem Getreide bestehenden Köder (sogenannter Giftweizen) bringen Sie mit der Legeflinte aus.

Achtung! Aufgrund der hohen toxischen Wirkung auf Vögel und auf andere Wildtiere müssen Sie unbedingt darauf achten, dass kein Korn danebengeht und Sie den Wirkstoff wirklich nur in den Mäusefeldgängen einbringen. Auch dürfen Sie je nach befallener Kultur nur bestimmte Rodentizide einsetzen. Eine Liste der zugelassenen Rodentizide finden Sie hier.

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