So schützen Sie Ihre Felder vor Wildschweinen

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Wildschweine am Rapsfeld

Was als Kurzmeldung in der Tagespresse meist nur milde belächelt wird, wird für Anwohner – und ganz besonders für Sie als Ackerbauer – nach und nach zur ernst zu nehmenden Gefahr. Immer mehr Schwarzwild verliert jede Scheu, kommt bewohnten und bewirtschafteten Gebieten fortwährend näher und hinterlässt eine Spur der Verwüstung und finanzielle Einbußen. Wie Sie sich vor diesen ungebetenen Gästen am besten schützen, lesen Sie hier.

Jedes Jahr werden es mehr. Mittlerweile gibt es in Deutschland bis zu 1.500.000 Wildschweine. Und auch die zunehmenden Jagdbemühungen kommen nicht gegen eine Zunahme der Population und damit auch der Schäden an. Wenig förderlich sind hier auch die teils verkürzten Jagdzeiten durch Änderungen der Landesjagdgesetze.

Was die Wildschweinplage weiter begünstigen wird

Die zunehmend milden Winter sind eine hervorragende Lebensbasis für die Tiere. Finden Sie dann auch leichter Nahrung, z. B. weil sie ausreichend Eicheln und Bucheckern – oder Ihre Maisfelder – aufspüren, erreicht das Schwarzwild Vermehrungsraten von jährlich bis zu 300 %. Auch wenn die Jäger spätestens aufgrund ihrer Schadensersatzpflicht bemüht sind, das Schwarzwild zu erlegen, so ist das zum einen aufgrund der immer höheren Population nicht einfach und die Jagd auf Schwarzwild ist bei den dämmerungs- und nachtaktiven Tieren nicht ganz einfach. Zur Verhinderung von Schäden ist die Nachtjagd auf Schwarzwild (bei Vollmond) erlaubt.

Warum ist der Rottenbesuch so gefährlich?

Auf der Suche nach Futter – am liebsten nach Mais, ihrem absoluten Leibgericht – kennen Wildschweine wenig Zurückhaltung und hinterlassen meist erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Besonders häufig suchen sie Mais-, Getreide- oder Kartoffeläcker sowie Grünland auf.

Mit diesen verheerenden Schäden müssen Sie rechnen

Wildschweine schaffen es, innerhalb weniger Stunden sowohl Ackerflächen als auch Grünland komplett zu zerstören. Beim Grünland kehren sie die Grasnarbe oft einmal komplett um. Ein Grünschnitt wird somit unmöglich – fest eingeplante Futtermittel fallen aus. Zu viel nasse Erde, die sich so nicht mehr vom Grün trennen lässt, würde später in der Silage faulen und nicht mehr verfütterbar sein. Anders als auf Ihren Ackerflächen haben Sie keine kurzfristige Möglichkeit, diese wieder zu glätten. Aber auch auf Ihren Äckern drohen Totalschäden.

Tipp: Machen Sie direkt diesen Selbst-Check, um zu überprüfen, wie gefährdet Ihre Flächen sind. Denn aufgrund der zunehmenden Populationen wird der Wald nicht für alle Tiere ausreichend Nahrung bereithalten und entsprechend werden diese immer häufiger auf angrenzende Ackerflächen ausweichen.

Selbst-Check: So gefährdet sind Ihre Ackerflächen durch die gefährliche Rotte

Beantworten Sie mehr als eine dieser Fragen mit „Ja“, ist die Gefahr relativ groß, dass Ihre Flächen zukünftig von Wildschweinen heimgesucht und leider oft in großen Teilen zerstört werden.

  • Leben Sie in Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen?
  • Bauen Sie Mais, Getreide, Kartoffeln etc. an?
  • Haben Sie Grünland?
  • Befinden sich Ihre Flächen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wäldern?

Achtung: Bewirtschaften Sie einen Mischbetrieb und halten Sie auch Nutztiere, sind Sie doppelt betroffen. Schließlich ist die steigende Wildschweinzahl auch unter seuchenhygienischen Gesichtspunkten sehr gefährlich.

Wie kann man sich vor Wildschweinen schützen?

  • Spannen Sie einen Elektrozaun um Ihre gefährdeten Kulturen.
  • Führen Sie Ihre Vogelscheuche ins nächste Jahrtausend. Die Japaner machen es vor: große, rote Augen in einem haarlosen Gesicht. Diese einem Roboter ähnliche Vogelscheuche sieht aus wie aus einem Science-Fiction-Film entsprungen. Und auch solche Geräusche macht sie. So kann sie sowohl heulen, fauchen, sprechen als auch das Geräusch von Gewehrschüssen simulieren. Mithilfe von Infrarotsensoren erfasst sie, wenn sich echte Tiere dem Reisfeld nähern, an dessen Rand sie aufgestellt ist. Wenn auch weniger ausgefeilt, so gibt es doch bereits heute in Deutschland Vogelscheuchen, die mit einem Bewegungsmelder ausgestattet sind.
  • Prüfen Sie, ob es im Umkreis Rückzugsorte für das Schwarzwild gibt, die vermeidbar sind, wie z. B. hohe Wildhecken oder Büsche.

Die gute Nachricht: Schäden durch Wildschweine sind versichert

Die vom Schwarzwild auf Ihren Flächen verursachten Schäden sind nach dem Bundesjagdgesetz (BJagdG) schadensersatzpflichtig, entsprechend muss Ihnen der Jäger die nachgewiesenen Schäden bezahlen. Doch nicht immer gibt es Konsens darüber, wie hoch der Schaden ist bzw. welcher Teil des Schadens tatsächlich durch die Rotte verursacht worden ist. Die Schadensersatzpflicht erstreckt sich auf folgende Wildschäden:

  • aufstehende Feldfrüchte (Feldfrüchte zwischen Saat und Ernte)
  • abgeerntete, jedoch noch nicht eingebrachte Feldfrüchte (jedoch nicht bei Schäden an z. B. Mieten, Behelfssilos)
  • Grundstücke und ihre Bestandteile (z. B. Grasnarbe, Feldscheunen mit festen Fundamenten und dergleichen)

Autor: Günther Stein

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