Finger weg von Drittlandsimporten: Diese Pflanzenschutzmittel können Ihre Flächen und Ihre Ernte zerstören

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Einsatz von Pflanzenschutzmittel

Der immense Kostendruck, der auf den meisten Ackerbaubetrieben lastet, bringt eine weitere gefährliche Facette zum Vorschein: Immer mehr Ackerbauern importieren Pflanzenschutzmittel aus dem Ausland, um die Einsatzkosten zu reduzieren. Das hat oft verheerende Folgen für die behandelten Ackerflächen. Damit Ihnen das nicht passiert, zeige ich Ihnen, wo wirklich Einsparpotenzial besteht und vor welchen Produkten Sie sich hüten sollten.

Warum sollte man bei illegalen Pflanzenschutzmitteln vorsichtig sein?

Pflanzenschutzmittel machen einen beachtlichen Kostenblock in Ihrer Kalkulation aus. Viele Hersteller aus dem Ausland versprechen die gleiche Wirkung wie das teure Original zum vergleichsweise günstigeren Preis. Geraten Sie hier an eine Fälschung, birgt das insbesondere die folgenden 3 Risiken:

Das Mittel kann Ihren Kulturen nachhaltig Schaden zufügen und Ihren Ernteertrag gefährden.

Sie riskieren, bei der Ausbringung gesundheitlichen Schaden zu nehmen.

Wird bei Kontrollen auf Ihrem Hof der Einsatz von nicht genehmigten Pflanzenschutzmitteln festgestellt, müssen Sie mit empfindlichen Prämienkürzungen und/oder Bußgeldern rechnen.

Achtung: Finger weg von Produkten aus Drittländern. Verzichten Sie – sei es preislich auch noch so attraktiv – auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die nicht aus der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) stammen. Denn diese sind in der Regel nicht verkehrsfähig und damit illegal!

Wie prüft man die Echtheit des Pflanzenschutzmittels?

Wenn Sie auch nur eine der folgenden Fragen mit „Nein“ beantworten: Finger weg!

  • Ist die Verpackung ordnungsgemäß und unbeschädigt?
  • Ist das Etikett in deutscher Sprache verfasst?
  • Stimmen die Angaben mit denen des deutschen Referenzmittels überein?
  • Ist die Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache verfasst?
  • Steht der Name des parallelimportierten Produktes auf der Verpackung?
  • Sind der Name sowie die Anschrift des Importeurs aufgedruckt?
  • Steht auch der Name des Herstellers des Produktes auf der Verpackung?
  • Ist das amtliche Zulassungszeichen (siehe Abbildung) abgebildet?
  • Ist die 11-stellige PI-Nummer abgedruckt?

Wie erkennt man zugelassene Pflanzenschutzmittel?

Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, greifen Sie ausschließlich auf deutsche Originalprodukte zurück. Sie erkennen sie am amtlichen Zulassungszeichen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVBL) und an einer 8-stelligen Zulassungsnummer.

Doch auch Mittel, die aus den Mitgliedstaaten der EU bzw. des EWR importiert werden (sogenannt Parallelimporte), werden vom BVBL vorab geprüft und genehmigt. Dies bedeutet, dass Sie bei deren Einsatz vor gefälschten Produkten geschützt sind. Genau wie die deutschen Originalprodukte erkennen Sie die geprüften Produkte aus EU oder EWR am Zulassungszeichen. Anders als die deutschen Originalprodukte tragen sie eine 11-stellige Parallelimportnummer (kurz PI-Nummer).

So prüfen Sie die Zulassung eines parallelgehandelten Pflanzenschutzmittels

Aktuell sind in der Datenbank des BVBL mit Stand April 2017 rund 3.600 zugelassene Mittel sowie ca. 1.600 abgelaufene Genehmigungen aufgeführt. Eine aktuelle Übersicht können Sie hier herunterladen. Finden Sie ein Mittel auf dieser Liste, können Sie sicher sein, dass

  • es in einem Land der EU oder des EWR zugelassen worden ist und
  • die Zusammensetzung mit einem in Deutschland zugelassenen Mittel übereinstimmt.

Was Sie bei jedem Pflanzenschutzmitteleinkauf beachten sollten

Bleiben Sie immer aufmerksam und verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Informationen des Verkäufers. Denn geht beim Einsatz des Mittels etwas schief, kann das verheerende Auswirkungen auf Ihren kompletten Ernteertrag haben. Hier ist doppelte Vorsicht angesagt.

Und auch bei der Dokumentation Ihres Einkaufs sollten Sie besonders akribisch arbeiten. Achten Sie darauf, dass auf den Rechnungen, Quittungen und Lieferscheinen sowohl das Mittel als auch der Name des Herstellers gut lesbar und ausgeschrieben vermerkt sind.

Im Eifer des Gefechts kann es immer wieder passieren, dass Sie stattdessen aus Versehen den Namen des Referenzmittels notieren. Solche Flüchtigkeitsfehler können für Sie – nicht nur, wenn es zum Schaden kommt, sondern auch wenn die Kontrolleure Ihren Betrieb durchleuchten – problematisch und teuer werden.

Tipp: Prüfen Sie, ob Lieferschein, Rechnung und Ihre Aufzeichnung über die Mittelanwendung übereinstimmen.

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