Die besten Tipps, um den Ackerfuchsschwanz zu stoppen

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Ihre Möglichkeiten, den Ackerfuchsschwanz unter Kontrolle zu bekommen, werden immer weiter eingeschränkt. Zuletzt wurde die Zulassung für den Wirkstoff Flupyrsulfuron entzogen. Wir stellen Ihnen hier die beste Bekämpfung vor.

Das dominante Ungras Ackerfuchsschwanz verfügt über ein ungemein hohes Vermehrungspotenzial. So kann eine einzelne resistente Pflanze in Ihrem Bestand innerhalb von 3 Jahren zu einer fast komplett resistenten Population führen. Deshalb müssen eingesetzte Herbizide zu 100 % wirken, so wie es eben auch Flupyrsulfuron nicht mehr garantieren kann.

Sind Ihre Flächen betroffen, müssen Sie mit Ertragsausfällen von 20 bis 30 % rechnen. Kommt es zu den befürchteten Totalresistenzen, betragen die Einbußen sogar 50 bis 60 %.

Welche Pflanzenschutzmittel helfen gegen Ackerfuchsschwanz?

Um dem Ackerfuchsschwanz mit Herbiziden so weit wie möglich zurückzudrängen, kommen Sie aktuell an Atlantis nicht vorbei. Bei besonders schwerwiegendem Besatz können Sie die Wirkung durch die Zugabe von Ammonium-Harnstofflösung (AHL) zusätzlich verbessern.

So optimieren Sie den Herbizideinsatz auf Ihren Flächen

  1. Bei klutigen Ackerflächen sollten Sie vor der Behandlung Ihre Flächen zunächst walzen. Nach einer Woche wiederholen Sie die Behandlung, um das Keimen aus den Kluten zu ermöglichen.
  2. Behandeln Sie Ihre Bestände so früh, wie es geht, auch leichte Nachtfröste führen nicht zwingend zu einer Abnahme der Wirksamkeit.
  3. Erst nach der Behandlung des Ackerfuchsschwanzes sollten Sie düngen, sonst leisten Sie dem dominanten Ungras ungewollt Aufzuchthilfe.
  4. Bringen Sie das Herbizid erst ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 % aus, dann kann der Wirkstoff besser aufgenommen werden.
  5. Vermeiden Sie die Ausbringung bei direkter Sonneneinstrahlung, nutzen Sie stattdessen besser die Abendstunden.
  6. Planen Sie so, dass die Ausbringung nicht kurz vor Niederschlägen erfolgt.
  7. Kämpfen Sie bereits mit dem resistenten Ackerfuchsschwanz, prüfen Sie, ob der Einsatz eines Additivs möglich ist.
  8. Setzen Sie – falls keine abdriftmindernde Technik bei Ihnen notwendig ist – auf eine möglichst fein- bis mitteltropfige Applikation.

Die 3 wirkungsvollsten Tipps zur Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes

Bekämpfung 1: Verschieben Sie die Aussaat zeitlich möglichst weit nach hinten

Denn wählen Sie einen späten Termin, senken Sie das Keimpotenzial deutlich und können einen bessere Herbizidwirkung erreichen. Positiver Nebeneffekt: Auch Viruserkrankungen können auf diese Weise vermindert werden. Ein kleiner Lichtblick ist auch, dass immer weniger Sorten bei einem späteren Saattermin mit deutlich geringeren Erträgen reagieren.

Bekämpfung 2: Sorgen Sie für Wirkstoffwechsel und variieren Sie die Wirkstoffgruppen

Je häufiger Sie auf den gleichen Wirkstoff setzen, desto wahrscheinlicher werden leider Resistenzen. Denken Sie auch an die Faustformel: Setzen Sie in jeder Kultur Herbizide aus mindestens 2 Wirkstoffgruppen ein.

Bekämpfung 3: Denken Sie in längeren Zeitintervallen

Die langfristige Aussicht ist leider wenig rosig. Ob durch restriktivere Umweltauflagen, politische Ränkespiele oder den vorherrschenden Zulassungsstau in Brüssel: Die Möglichkeiten, mit Herbiziden auf den Fuchsschwanz zu reagieren, werden immer weiter eingeschränkt werden. Sorgen Sie deshalb zum einen langfristig für eine Auflockerung Ihre Fruchtfolge. Verzichten Sie auf den Anbau mehrerer Wintergetreide hintereinander und setzen Sie auf mehr Sommerungen oder Blattfrüchte (Mais, Zuckerrüben).

Überprüfen Sie auch eine alternative Bodenbearbeitung. Und Achtung! Auch wenn der Ackerfuchsschwanz bis aus einer Tiefe von 3 cm keimt, können Sie ihn durchs Pflügen nur zeitweise am Auskeimen hindern. Schließlich ist er sehr ausdauernd und kann bis zu 20 (!) Jahre im Boden überleben. Setzen Sie lieber auf eine flache Stoppelbearbeitung. Erst bei starkem Besatz – etwa bei mehr als 110 Pflanzen/m2 – empfehle ich Ihnen den Pflugeinsatz.

Check-up: Wie bedroht sind Ihre Flächen vom Ackerfuchsschwanz?

Je mehr dieser Faktoren auf Ihre Ackerflächen zutreffen, desto höher ist die Gefahr, dass sich auch Ihre Flächen zu echten Problemstandorten entwickeln werden.

  • Ihre Böden sind schwere kalkhaltige Ton- oder Lehmböden?
  • Die klimatischen Verhältnisse sind eher feucht und kühl?
  • Sie haben einen hohen Anteil an Winterungen, wie z. B. Winterweizen, -gerste, -raps?
  • Sie säen Ihr Wintergetreide relativ früh ein?
  • Sie reduzieren die konventionelle Bodenbearbeitung oder verzichten sogar komplett darauf?
  • Ihr organisches Düngeniveau ist relativ hoch?

Autor: Günter Stein

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