Wie Sie die 3 größten Gefahren bei der Getreidelagerung erfolgreich abwenden

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Getreidelager

Aufgrund der starken Preisschwankungen lagern immer mehr Ackerbauern Getreide ein, um so einen besseren Preis zu erhalten. Dann gilt es, im Getreidelager die richtigen Schritte durchzuführen, um das Beste aus Ihren Erträgen herauszuholen.

Nicht erst die Fipronil-Diskussion macht wieder einmal deutlich, dass es existenzbedrohende Auswirkungen haben kann, wenn Sie die Lagerung Ihrer Produkte im weitesten Sinne nicht 100%ig selbst kontrollieren oder durchführen. Umgehen Sie die gefährlichsten 3 Fallstricke bei der Getreidelagerung und sichern Sie sich so auch Ihre Compliancezahlungen.

Warum muss man das Getreidelager intensiv kontrollieren? 3 gute Gründe

Denn suchen Kornkäfer, Motten oder Milben Ihr eingelagertes Getreide heim, erwarten Sie im schlimmsten Fall nicht nur Qualitätseinbußen bis hin zum Komplettausfall. So senken neben den direkten Fraßschäden auch Hinterlassenschaften wie Kot, Urin, Larven- und Puppenhäute, tote Tiere oder Nagetierhaare den Wert Ihres Getreides. Darüber hinaus können sogar empfindliche Schadensersatzforderungen drohen.

Achtung: Sie als Landwirt sind verantwortlich dafür, dass keine Ernteprodukte mit qualitativen Mängeln vermarktet oder verfüttert werden. Entsprechend sind Sie auch für die Qualität der eingelagerten Lebens- bzw. Futtermittel zuständig und haftbar.

1. Haben Sie noch Altgetreide gelagert: raus damit!

Unabhängig davon, ob Ihr Lager voll, leer oder gerade geräumt ist: Ihr Lager muss grundsätzlich sauber, trocken und kühl sein. Und auch wenn es auf den ersten Blick übertrieben wirkt, lassen Sie unter keinen Umständen die Vermischung von Restmengen Ihres Altgetreides mit der neuen Ernte zu.

Tipp: Lagern Sie vorhandene Lagerbestände aus, sodass es zu keiner Vermischung kommen kann, und sorgen Sie dafür, dass das Altgetreide schnellstmöglich z. B. verfüttert oder anderweitig verwertet wird.

2. Säubern Sie Ihr Getreidelager von Grund auf

Die aktuelle Berichterstattung hat gezeigt, dass nicht nur die fehlende Reinigung von Stallungen und Getreidespeichern zum Problem werden kann, sondern auch die falsche Reinigung. Geben Sie diese verantwortungsvolle Aufgabe nicht leichtfertig in externe Hände. Reinigen Sie ganz besonders intensiv gerade Ritzen, Ecken und Unebenheiten, wo sich Schädlinge relativ einfach verstecken können. Denn selbst ein ganz harmloser Anfangsbefall mit wenigen Käfern kann sich innerhalb eines Jahres auf 90 Millionen unerwünschter Schädlinge ausweiten!

Wichtig ist, dass Sie den Zutritt ins Getreidelager nur einem begrenzten Personenkreis ermöglichen. Denken Sie bei ungebetenen Gästen auch an Katzen, Hunde oder andere Krankheits- und Schädlingsüberträger wie Mäuse und Ratten.

Schaffen Sie grundsätzlich eine räumliche Trennung zwischen all Ihrem Getreide und allen anderen Stoffen. So haben in unmittelbarer Nähe zu Ihren Getreidevorräten keinerlei andere Stoffe (z. B. Kraftstoff, Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger, Desinfektionsmittel wie z. B. Dega 16 etc. ) etwas zu suchen. Fegen Sie im ersten Schritt das komplette Lager aus. Danach gehen Sie unbedingt mit dem Industriestaubsauger durch

Tipp: Vergessen Sie auch nicht, dass sich gerade auf unebenen Flächen wie Maschinen oder Förderbändern Nischen befinden, die von Schädlingen nur zu gern als Versteck genutzt werden. Bereits wenige verbleibende Schädling können im schlimmsten Fall Ihren gesamten Lagerbestand zunichtemachen.

Schließen Sie den Reinigungsvorgang mit einer chemischen Behandlung ab

Bei der chemischen Reinigung müssen Sie unterscheiden, ob es um die vorbeugende Bekämpfung der Schädlinge im Lagerraum oder im direkt betroffenen Getreide geht. Ist Ihr Getreidelager dicht, ein Silo oder zumindest abdichtbar, können Sie das Lager durch Verneblung desinfizieren. Möchten Sie auf die schnell wirkende Begasung setzen, benötigen Sie eine behördliche Genehmigung. Auch dürfen Sie diese Form der Reinigung nicht selbst durchführen, sondern müssen Fachfirmen beauftragen.

Zur Lagerung von Futtergetreide erfreut sich auch die Zugabe von Säuremitteln immer größerer Beliebtheit. So können Sie das Getreide sowohl konservieren als auch – zumindest im begrenzten Umfang – von Schädlingen befreien. Vorteilhaft an dieser Methode ist, dass Sie nicht direkt hohe Investitionen tätigen müssen, um die Voraussetzungen in Ihren Lagerräumen zu schaffen, sondern schnell und flexibel agieren können. Auch wenn Sie nur relativ kleine Mengen Getreide bevorraten.

Aber Achtung: Sie können den Befall mit Kornkäfern durch die Säurebehandlung nur abschwächen und nicht 100%ig verhindern. Dafür sind die Aufwandmengen einfach zu klein.

Achtung: Dokumentieren Sie alle Maßnahmen chemischer Reinigung, sonst verstoßen Sie gegen Ihre Cross-Compliance- Vorschriften!

3. Halten Sie sich an die vorgegebenen Dokumentationspflichten

Auch für die Einlagerung Ihres Getreides hat sich der Gesetzgeber eine Vielzahl von Dokumentationsvorschriften einfallen lassen, um für alle Fälle vorbereitet zu sein. Denn kommt verunreinigtes Getreide in Umlauf (ganz gleich, ob zur Verfütterung oder zur Weiterverarbeitung), muss sichergestellt sein, dass der Urheber der Verunreinigung auch in längeren Lieferketten noch zu ermitteln ist.

7 Aufzeichnungen für Ihr Getreidelager – Protokoll führen

  1. Nachweis über die Herkunft des selbst erzeugten und anschließend eingelagerten Getreides
  2. Nachweise über alle nach der Einlagerung durchgeführten Kontrollen, wie z. B. der Temperatur und der Feuchte im Getreidestapel
  3. Nachweise über Zeitpunkt und Dauer der Belüftung des Lagergutes oder ob das Getreide beim Einlagern mit Säure konserviert worden ist
  4. Nachweise, welche Pflanzenschutzmittel und Biozide Sie verwendet haben
  5. Nachweise, ob und welche Schädlinge und Krankheiten aufgetreten sind, die die Sicherheit Ihrer Erzeugnisse pflanzlichen Ursprungs beeinträchtigen könnten
  6. Nachweise über die Ergebnisse einschlägiger Analysen von Pflanzenproben oder sonstigen Proben, die für die menschliche Gesundheit von Belang sind
  7. Nachweise über Maßnahmen, die Sie zur Eindämmung von Gefahren eingeleitet haben

Bewahren Sie diese Aufzeichnungen mindestens 3 Jahre auf und stellen Sie diese den zuständigen Behörden und ggf. den belieferten Lebensmittelunternehmern auf Verlangen zur Verfügung.

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