Wie Sie mit reduzierter Bodenbearbeitung Ihre Böden fruchtbarer und ertragreicher machen

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Bodenbearbeitung

Geht es um das Thema Bodenbearbeitung, schlagen die Wellen regelmäßig hoch: Vehemente Verfechter der wendenden Bodenbearbeitung mit Pflug treffen auf mindestens ebenso überzeugte Kämpfer für eine reduzierte Bodenbearbeitung. Eine allgemeingültige Empfehlung für alle Ackerflächen oder gar ein Patentrezept kann es nicht geben; zu viele Faktoren beeinflussen den Erfolg Ihrer Bodenbearbeitungswahl. Nutzen Sie die folgende Entscheidungshilfe, um zu prüfen, ob Ihre – bzw. welcher – Ihrer Ackerflächen von einer reduzierten Bodenbearbeitung profitieren können.

Die reduzierte Bodenbearbeitung kann gleich mit einer ganzen Fülle von Vorteilen glänzen: So soll der Humusgehalt des Bodens nachhaltig verbessert und die Widerstandskräfte des Bodens so gestärkt werden, dass er sich auch ohne externe Eingriffe gegen Angriffe durch Starkregen, Dürreperioden oder Nährstoffmangel behaupten kann.

So profitieren Böden von der reduzierten Bodenbearbeitung

  • geringe Verschlämmung
  • hohe Infiltrationsraten
  • hohe Wasserspeicherung
  • gute vertikale Drainung
  • leistungsfähiges Drainagesystem
  • keine Bodenerosion

Bodenerosion bedroht immer mehr Ackerflächen. So wurden nach den Cross-Compliance-Kriterien allein 2 Mio. ha (17,3 % der Ackerfläche) als Flächen mit einer sehr hohen natürlichen Erosionsgefährdung durch Wind und Wasser eingestuft. Davon entfallen etwa 1,8 Mio. ha auf Flächen mit einer Erosionsgefährdung durch Wasser in der höchsten Gefährdungsklasse. Die Reduzierung der Bodenbearbeitung kann helfen, bringt jedoch auch diverse Nachteile mit sich:

  • verzögertes Abtrocknen der Flächen und Oberflächenerwärmung im Frühjahr
  • höhere Anforderungen an Management und Pflanzenbau
  • In den meisten Fällen wird ein Einsatz von Totalherbiziden unumgänglich.

Investitionen sind kaum vermeidbar: Umstellung der Bodenbearbeitung kostet zunächst Zeit und Geld

Beachten Sie, dass eine Umstellung eine gewisse Vorbereitungszeit erfordert. In vielen Fällen sind auch ein kritischer Blick über den eigenen Maschinenpark sowie ein Gespräch mit dem Lohnunternehmer sinnvoll, ob, wie und mit welchem zeitlichen Horizont eine solche Umstellung realisierbar ist. Viele Systeme können Sie auf die Anforderungen der reduzierenden Bodenbearbeitung umrüsten.

Tipp: Weg vom Schreibtisch – rein ins Feld: Ein Pauschalurteil ist einfach nicht möglich. Die sicherste Variante ist der Praxis-Test, indem Sie zunächst eine Versuchsfläche entsprechend umstellen. Oft werden die neuen Herausforderungen, aber auch der Ertragshebel, den Sie hier ansetzen, im Praxis-Test am offensichtlichsten.

Strohmanagement der neue Erfolgsfaktor

Entscheiden Sie sich für die Umstellung (eines Teils) Ihrer Flächen, müssen Sie dem Strohmanagement noch stärkere Beachtung zukommen zu lassen. Hat sich dieses doch in vielen Fällen als der Dreh- und Angelpunkt erfolgreichen Ackerbaus ohne Pflug herauskristallisiert.

Und d. h. auch: Ist mit Ihren eingesetzten Maschinen sichergestellt, dass das Stroh ausreichend zerkleinert und gut verteilt in den Boden eingearbeitet wird? Einigen Mähdreschern bereitet es Probleme, die notwendige Häckselqualität sicherzustellen.

Welche Bodenbearbeitung Sie wann vornehmen sollten, um den Ertrag zu erhöhen

Je nach Herausforderung bietet sich entweder die wendende Bodenbearbeitung oder die reduzierte Bodenbearbeitung an.

Hier bietet sich die die wendende Bodenbearbeitung an

  • Bekämpfung von Ausfallkulturen, Unkräutern/-gräsern
  • Bekämpfung tierischer Schädlinge (Mäuse, Schnecken)
  • Gestörte Fruchtfolgehygiene verbessern
  • Arbeitserledigungskosten zu hoch

Hier bietet sich die die reduzierte Bodenbearbeitung an

  • Böden akut durch Bodenerosion gefährdet
  • Wasserverluste zu hoch
  • Pflanzengesundheit stärken
  • Konservierung des Bodenkeimwassers (Ablüften des Bodens/Saathorizontes)
  • Übermäßige Nitratauswaschungen vermeiden
  • Schaffung einer günstigen Bodenstruktur für das Pflanzenwachstum
  • Verbesserte Erzeugung von Feinerde im Saathorizont für Feldaufgang
  • Herbizideinsatz kann erfolgreich zur Herbizidbekämpfung eingesetzt werden.
  • Produktionskosten zu hoch

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