Grünlandumwandlung: So sichern Sie sich zusätzliche Ackerflächen

Umwandlung von Dauergrünland – Urheber: Markus Volk | Fotolia
Umwandlung von Dauergrünland

Es ist mehr als ärgerlich: Die aktuelle Förderpolitik vermittelt Außenstehenden beinahe den Eindruck, Sie als Ackerbauer würden die Entscheidung, Grünland in Ackerflächen umzuwandeln, auf die leichte Schulter nehmen. Ein ausgesprochenes Umwandlungsverbot kann jedoch existenzbedrohende Auswirkungen auf Ihren Hof haben. Und die Vorgaben werden immer restriktiver. Erhöhen Sie mit den folgenden Tipps die Wahrscheinlichkeit, sich zusätzliche Ackerflächen und die Greeningprämie zu sichern.

    Als „Greener“ ist es Ihnen grundsätzlich verboten, Dauergrünland in Ackerflächen umzuwandeln. Das Umwandlungsverbot gilt für jeden Betriebsinhaber, der den Greening-Vorschriften unterliegt, unabhängig davon, ob der Betriebsinhaber für die konkrete Dauergrünlandfläche eine Beihilfe beantragt oder nicht. Möchten Sie dennoch Grünland umwandeln,

    • müssen Sie sich dieses Vorhaben von Ihrer Agrarförderbehörde genehmigen lassen und
    • in den meisten Fällen Ersatzgrünland anlegen, außer wenn Ihr Grünland erst nach dem 01.01.2015 entstanden ist.

    Leider ist dieser Antrag kein Selbstläufer. In vielen Fällen ist die zuständige Behörde nicht mit der gewünschten Umwandlung einverstanden und verweigert die Genehmigung.

    Welches Dauergrünland unterliegt dem Umwandlungsverbot?

    Laut Definition ist Dauergrünland eine landwirtschaftliche Fläche, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt wird, seit mindestens fünf Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs war und mindestens fünf Jahre lang nicht umgepflügt wurde.

    Auch Flächen, auf denen auch andere Pflanzenarten wie Sträucher oder Bäume wachsen, die abgeweidet werden, fallen unter die Definition. Zusätzlich Ackerflächen mit Gras/Grünfutterpflanzen, sofern diese ebenfalls fünf Jahre lang ununterbrochen nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebes sind, nicht umgepflügt werden und ihre räumliche Lage unverändert bleibt.

    Wann Sie sogar als nicht „greenender“ Ackerbauer betroffen sind

    Doch nicht nur, um sich die Greeningprämie zu sichern, sollten Sie bei der Gründlandumwandlung Vorsicht walten lassen. Liegen Ihre Flächen in besonderen Schutzgebieten, benötigen Sie auch dann eine Genehmigung (in diesem Fall von der Unteren Naturschutzbehörde), wenn Sie noch nicht mal die Greeningprämie beantragen. Bei Umwandlung dieser Flächen müssen Sie sehr wahrscheinlich mit der Ablehnung Ihres Antrags rechnen:

    • ausgewiesene Schutzgebiete, wie Biotope und Moore
    • Gewässerrandstreifen
    • Dauergrünlandflächen in Überschwemmungsgebieten
    • Flächen, die im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen entstanden sind
    • Wiesen und Weiden, die als Ersatzflächen für andere Grünlandumwandlungen gelten
    Tipp: Auch wenn es sich hierbei nicht um ein generelles Verbot handelt, lohnt sich das Kämpfen für die Umwandlung solcher Flächen nicht. Hier werden sich die Behörden fast immer darauf berufen können, dass auf diesen Flächen Arten geschützt werden müssen – keine Chance für Sie!

    Welche Flächen darf man in den meisten Fällen nicht umwandeln?

    Gehören Ihre Flächen zu den in § 30 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz genannten gesetzlich geschützten Biotopen, steht auch hier eine Umwandlung in Ackerflächen unter keinem guten Stern. Das gilt u. a. für:

    • natürliche Moore, Sümpfe, Röhrichte, seggen- und binsenreiche Nasswiesen
    • offene Binnendünen, offene natürliche Block-, Schutt- und Geröllhalden, Lehm- und Lösswände, Zwergstrauch-, Ginsterund Wacholderheiden, Borstgrasrasen, Trockenrasen, Schwermetallrasen, Wälder und Gebüsche trockenwarmer Standorte
    • Bruch-, Sumpf- und Auenwälder
    • Fels- und Steilküsten, Küstendünen und Strandwälle
    Tipp: Sind Sie unsicher, ob Ihre Flächen zu den genannten gehören, wählen Sie den sicheren Weg und fragen Sie direkt bei der Unteren Naturschutzbehörde nach, die alle geschützten Biotope erfasst.

    In Schutzgebieten haben Sie zumindest die Chance auf eine Genehmigung der Grünlandumwandlung

    Was viele nicht wissen: In Landschafts- und Naturschutzgebieten stehen die Chancen gar nicht so schlecht. Bieten Sie eine Ausgleichsmaßnahme an, kann die Behörde Ihr Ersuchen nur dann ablehnen, wenn sie nachweisen kann, dass die betroffene Art nicht auf andere Flächen ausweichen kann. Und gerade in zusammenhängenden Naturschutzgebieten sind Ausweichmöglichkeiten häufig vorhanden. Ein Versuch ist es wert!

    So gehen Sie in 3 Schritten vor, wenn Ihnen die Umwandlung verboten worden ist

    1. Prüfen Sie, ob Sie nachweisen können, dass eine Annahme der ablehnenden Behörde nicht zutrifft.
    2. Erbringen Sie Beweise! Hierzu kann es sich anbieten, die Behördenvertreter zu einer Flächenbegehung einzuladen, bei der Sie die Fehleinschätzung (z. B. das Vorkommen einer geschützten Art auf Ihren Flächen) widerlegen können.
    3. Jetzt können Sie Widerspruch oder Klage einreichen.
    Tipp: Überprüfen Sie die von der Behörde getroffenen Annahmen auf Schlüssigkeit. Hat sich z.B. der Status „Überschwemmungsgebiet“ zwischenzeitlich zu Ihren Gunsten geändert oder nimmt die Behörde fälschlicherweise an, dass die Umwandlung mit negativen Auswirkungen auf den Lebensraum von Pflanzen und Tieren verbunden wäre, kann Ihr Widerspruch Erfolg haben.

    Auch die Gesetze Ihres jeweiligen Bundeslandes können Ihre Möglichkeiten einschränken, Ihr Dauergrünland in Ackerflächen umzuwandeln.

    Beispiel: In Baden-Württemberg und in Schleswig-Holstein gelten sowohl für konventionelle Betriebe als auch für Ökobetriebe die gleichen Umwandlungsvorschriften – also ganz unabhängig von den Greeningvorschriften.

    In welchen Fällen wird eine Grünlandumwandlung erteilt?

    Die Behörden erteilen die Genehmigungen zur Umwandlung, wenn:

    • das Dauergrünland durch Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) gemäß ELER-Förderung entstanden ist,
    • das Dauergrünland ab 2015 neu entstanden ist,
    • an gleicher Stelle oder an anderer Stelle in derselben Region eine Fläche mit der entsprechenden Hektarzahl neu als Dauergrünland angelegt wird,
    • das Dauergrünland in eine nichtlandwirtschaftliche Fläche (z. B. Stallbau) umgewandelt werden soll,
    • die Umwandlung der Dauergrünlandfläche im öffentlichen Interesse liegt oder
    • durch die Umwandlung der Dauergrünlandfläche eine unzumutbare Härte vermieden werden kann.

    Womit muss man bei der Umwandlung von Dauergrünland zukünftig rechnen?

    Achtung! Aktuell verschärfen viele Bundesländer ihre Vorgaben. So will NRW jede (!) Umwandlung zukünftig verbieten. Und als Betreiber von Ackerflächen in Schleswig-Holstein fällt Ihr extensives Dauergrünland zukünftig unter die Vorgaben von Biotopen. Folge: Umwandlung verboten!

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