So sichern Sie sich mit Leguminosen Ihre Greeningprämie

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Der Anbau von Leguminosen bring viele Vorteile: die Auflockerung getreidereicher Fruchtfolgen, die Förderung der Biodiversität, die Reduktion des Verbrauchs fossiler Energieträger und die Einsparung von Treibhausgasen. Plus: Leguminosen sind auch greeningfähig. Hierauf müssen Sie achten!

Welches ist der Anrechnungsfaktor für die Greeningprämie beim Leguminosenanbau?

Zunächst wurde die Frage nach dem Faktor, mit denen der Leguminosenanbau als ökologische Vorrangfläche angerechnet werden sollte, recht zurückhaltend angegangen. Der erste Vorschlag der EU-Kommission belief sich lediglich auf 0,3. Das Europäische Parlament ließ jedoch nicht locker und konnte zumindest erreichen, dass beim Anbau der stickstoffsammelnden Pflanzen als ökologische Vorrangfläche nun seit Januar 2015 ein Anrechnungsfaktor von 0,7 angerechnet wird.

Vergleich der Wertigkeit von Leguminosen mit anderen ökologischen Vorrangflächen

Merkmale der ökologischen Vorrangflächen Faktor
Anbau von Stickstoff bindenden Pflanzen (Leguminosen) 0,7
Hecken, Gehölzstreifen, Baumreihen und Gräben (soweit unter Cross-Compliance-Schutz) 2
  • Pufferstreifen, Feldrandstreifen
  • Feldraine, Einzelbäume und Feldgehölze (soweit unter Cross-Compliance-Schutz)
  • Streifen beihilfefähiger Flächen entlang von Waldrändern ohne Produktion
1,5
  • Stilllegung, Agroforstflächen und Aufforstungsflächen
  • Steinwälle, Terrassen und Feuchtgebiete (soweit unter Cross-Compliance-Schutz)
Faktor
Zwischenfruchtanbau, Kurzumtriebsplantagen 0,3
Tipp: Das heißt für Sie, möchten Sie die Greeningvorgabe durch Schaffung einer ökologischen Vorrangfläche in Höhe von 5 % mittels Leguminosenanbau auf Ihren Ackerflächen erfüllen, können Sie dies erreichen, wenn Sie 7 % Ihrer Fläche mit etwas über 7 % Leguminosen bewirtschaften.

Beispiel: Sie bewirtschaften eine Ackerfläche von insgesamt 50 ha. Um 5 % ökologische Vorrangflächen zu schaffen, wären das 50 ha x 5 % = 2,5 ha : 0,7 = 3,56 ha. Das heißt, Sie müssten auf 3,56 ha Ihrer Ackerflächen Leguminosen anbauen.

Achtung, außer der richtigen Art müssen Sie auch die folgenden Voraussetzungen erfüllen, damit die Maßnahme anerkannt wird:

  • Sie müssen die Leguminosen eine volle Vegetationsperiode auf dem Feld stehen lassen, also bis zur Ernte. Verstoßen Sie dagegen, werden die Flächen nicht angerechnet.
  • Nach den Leguminosen müssen Sie eine Winterkultur bzw. Winterzwischenfrucht anbauen. Hiermit soll erreicht werden, dass der Stickstoffverlust möglichst gering gehalten wird.
  • Startdüngung und Pflanzenschutz ist aktuell noch nach guter fachlicher Praxis möglich.

Achtung: Gerade über die Möglichkeiten des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bei Leguminosen wird aktuell wieder ausgiebig diskutiert. So möchte die EU-Kommission die Greeningbedingungen zukünftig noch etwas feinjustieren. Darunter auch die Idee, Pflanzenschutzmittel beim Anbau von Eiweißpflanzen auf ökologischen Vorrangflächen komplett zu verbieten.

Doch es regt sich Widerstand. Eine Diskussion, die gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Nanovirusepidemie, die Erbsen- und Ackerbohnenbestände deutschlandweit bedrohen, sicherlich noch hitziger werden wird.

Ausblick: Leguminosen sollen beim Greening zukünftig noch stärker gewichtet werden

Eine Maßnahme, mit der der Eiweißpflanzenproduktion in Europa Vorschub geleistet werden soll, könnte eine weitere Erhöhung des Greeningfaktors sein. Das zumindest wird aktuell im EU-Parlament von einigen Abgeordneten zur Diskussion gestellt.

Neben den positiven Effekten, die der Anbau von Leguminosen auf das Klima, die Böden und Umwelt hat, sind damit jedoch auch klare politische Interessen verbunden. So soll auf diesem Weg auch eine größere Unabhängigkeit von den Importen aus den USA erreicht werden. Doch unabhängig, welche Intention hinter den Überlegungen steckt: Die Erhöhung des Faktors für Bohnen, Erbsen und Lupinen von aktuell 0,7 auf 1, würde den Leguminosenanbau für Sie als Ackerbauern noch viel interessanter machen.

Vergleichsrechnung: Bewirtschaften Sie eine Ackerfläche von 30 ha, müssen Sie, um die Greeningvorgabe zu erfüllen, 5 % ökologische Vorrangflächen bewirtschaften. Setzen Sie hierzu auf den Leguminosenanbau, müssen Sie aktuell: 30 ha x 5 % : 0,7 = 2,14 ha Leguminosen anbauen. Steigt der Faktor nun auf 1 an, erfüllen Sie die Vorgaben bereits, wenn Sie 30 ha x 5 % : 1= 1,5 ha Leguminosen anbauen.

Welche Leguminosen sind greeningfähig?

Botanischer Name Deutscher Name
Glycine max Sojabohne
Lens spp. alle Arten der Gattung Linse
Lotus corniculatus Hornschotenklee
Lupinus albus Weiße Lupine
Lupinus angustifolius Blaue Lupine, Schmalblättrige Lupine
Lupinus luteus Gelbe Lupine
Medicago lupulina Hopfenklee (Gelbklee)
Medicago sativa Saatluzerne
Medicago x varia Bastard-Luzerne, Sandluzerne
Melilotus spp. alle Arten der Gattung Steinklee
Onobrychis spp. alle Arten der Gattung Esparsette
Ornithopus sativus Serradella
Phaseolus vulgaris Gartenbohne
Pisum sativum Erbse
Trifolium alexandrinum Alexandrinerklee
Trifolium hybridum Schwedenklee (Bastardklee)
Trifolium incarnatum Inkarnatklee
Trifolium pratense Rotklee
Trifolium repens Weißklee
Trifolium resupinatum Perserklee
Trifolium subterraneum Erdklee (Bodenfrüchtiger Klee)
Vicia faba Ackerbohne
Vicia pannonica Pannonische Wicke
Vicia sativa Saatwicke
Vicia villosa Zottelwicke

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