Agrarsubventionen: Sichern Sie sich jetzt Ihre maximale GAP-Förderung

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Agrarsubventionen

Für Sie als Landwirt sind die auf EU-Mitteln basierenden Agrarförderungen nach wie vor eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche Führung Ihres Agrarbetriebs. Vor allem kleine und mittelständische Betriebe sind auf den finanziellen Zuschuss aus Brüssel dringend angewiesen.

Das heißt für Sie als Landwirt: Jeder Cent zählt. Umso wichtiger ist es, dass Sie das Einmaleins der EU-Agrarsubventionen lückenlos beherrschen. Denn das lohnt sich! Wie inzwischen bekannt geworden ist, will die neue GroKo in Berlin auch künftig an den Agrarsubventionen festhalten. Jedenfalls sind keine Kürzungen geplant!

Faktencheck: So deutlich steht die Bevölkerung hinter Ihnen als Landwirt
Erfreulicherweise steht auch die Bevölkerung hinter ihrer heimischen Landwirtschaft! Das war nicht immer so. Wie eine aktuelle YouGov-Umfrage in Bezug auf Milchbauern zeigt, stehen immerhin 67 % der Bevölkerung einer Subvention positiv gegenüber (25% lehnen Subventionen ab, 8% waren unentschlossen). Das ist die deutliche Mehrheit!

Die 2 Säulen der GAP: So setzt sich Ihre maximale Agrarförderung zusammen

1. Säule der Agrarsubventionen: Mit den Direktzahlungen sichern Sie sich rund 40 % Ihres Einkommens als Landwirt

Aus der 1. Säule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) werden die flächenbezogenen Direktzahlungen an Sie als Landwirt finanziert. Die Höhe der Zahlungen ist von Ihrer Produktion entkoppelt und richtet sich nach der nach Hektar bestimmten Größe Ihrer landwirtschaftlichen Fläche. Die Zahlungen auf der Grundlage der 1. Säule setzen voraus, dass Sie als Landwirt Auflagen erfüllen, sogenannte Cross Compliance-Auflagen. Andernfalls droht ein Cross-Compliance-Verstoß, der erhebliche Kürzungen Ihrer Direktzahlungen zur Folge haben kann.

Greening: Darum ist Klima- und Umweltschutz für Sie als Landwirt bares Geld wert

30 % der Fördermittel für Ihre Direktzahlungen sind im Rahmen des sogenannten Greenings an bestimmte Klima- und Umweltschutzmaßnahmen gebunden. Im Rahmen des Greenings sind Sie als Landwirt verpflichtet

  • Höchstanteile bei den Anbaukulturen einzuhalten,
  • Dauergrünland zu erhalten und
  • mindestens 5 % Ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangfläche bereitzustellen und auf diesen dem Klima und Umweltschutz besonders förderliche Landwirtschaftsmethoden anzuwenden.

Dem Klima- und Umweltschutz kommt damit heute im Rahmen der EU-Agrarförderung eine ganz wesentliche Bedeutung zu.

Empfehlung: Die als Direktzahlungen geleisteten EU-Fördermittel machen nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) rund 40 % des Einkommens von Landwirten aus. Und das, obwohl Deutschland mit seinen Direktzahlungen pro Hektar im europäischen Vergleich gar nicht so gut abschneidet. Die Direktzahlungen sind eines der wichtigsten Mittel für Sie als Landwirt, um die zum Teil extremen Preisschwankungen abzufedern. Ein Verstoß gegen die Cross-Compliance-Regeln kann Ihren Betrieb daher schnell in eine gefährliche wirtschaftliche Schieflage bringen. Das gilt es also, dringend zu vermeiden.

Agrarsubventionen: Aus diesen 4 Bausteinen bestehen Ihre flächenbezogenen Direktzahlungen

Seit der GAP-Reform im Jahr 2015 setzen sich Ihre Direktzahlungen aus diesen 4 Bausteinen zusammen:

  • die Basisprämie (früher Betriebsprämie genannt)
  • die Greeningprämie
  • die Umverteilungsprämie und
  • die Junglandwirteprämie
Basisprämie: Der für Sie als Landwirt wichtigste Baustein der Direktzahlungen

Die Basisprämie wird Ihnen als Landwirt unabhängig von dem Umfang Ihrer Produktion flächenabhängig gezahlt. Die Basisprämie wurde im Jahr 2015 eingeführt und basiert auf der Zuteilung von Zahlungsansprüchen, die anhand von beihilfefähiger Fläche aktiviert werden können. Hierbei werden die beihilfefähigen Flächen mit den dazugehörigen Landschaftselementen berücksichtigt. Dabei gilt: Ein Hektar beihilfefähiger Fläche aktiviert einen ganzen Zahlungsanspruch.

Greeningprämie: Ihre Belohnung für einen Beitrag zum Umweltschutz

Für bestimmte Umweltleistungen (sogenanntes Greening) werden Ihnen als Landwirt im Jahr 2018 zusätzlich zur Basisprämie rund 85 € Greeningprämie pro Hektar gezahlt. Greening basiert auf den folgenden 3 Maßnahmen:

  • dem Erhalt von Dauergrünland (Wiesen und Weiden)
  • der Vielfalt beim Anbau von Kulturen auf Ackerflächen
  • der Bereitstellung „ökologischer Vorrangflächen“ auf 5 % des Ackerlands (z. B. Stilllegungsflächen, Terrassen, Pufferstreifen, Hecken oder Baumreihen)
Umverteilungsprämie: Hier erhalten Sie einen Bonus für Ihre ersten 46 Hektar

Die Umverteilungsprämie ist eine zusätzliche Förderung für Ihre ersten 46 aktivierten Zahlungsansprüche und dient damit vor allem als Zuschlag für kleine und mittlere Betriebe. Die Umverteilungsprämie beträgt 50 € für die ersten 30 Hektar und 30 € für weitere 16 Hektar.

Junglandwirteprämie

Junglandwirte bis 40 Jahre erhalten auf Antrag seit 2015 für die Dauer von maximal 5 Jahren und 90 Hektar landwirtschaftliche Fläche eine Zusatzförderung von 43,69 € pro Hektar. Der Erhalt der Junglandwirteprämie setzt voraus, dass Ihnen grundsätzlich ein Anrecht auf die Basisprämie zusteht.

Neu seit 2018: Bisher verkürzte sich der Bezugszeitraum der Junglandwirteprämie um die Anzahl der Jahre, die zwischen der erstmaligen Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs und der ersten Antragstellung auf eine Zahlung für Junglandwirte verstrichen waren. Seit dem 01.01.2018 wird die Junglandwirteprämie für die ersten 5 Jahre seit der Antragstellung gewährt. Die Frage, wann erstmals ein Betrieb übernommen worden ist, spielt damit heute keine Rolle mehr (Europäischer Rat, Pressemitteilung vom 13.12.2017 zur am 13.12.2017 verabschiedeten Omnibus-Verordnung).

Beispiel: Sie haben im Jahr 2012 Ihren landwirtschaftlichen Betrieb übernommen und stellen erstmals im Jahr 2018 einen Antrag auf Gewährung der Junglandwirteprämie. Dann wird Ihnen die Junglandwirteprämie nun für die vollen 5 Jahre, also von 2018 bis einschließlich 2022, gewährt.

Die Neuregelung gilt auch für Junglandwirte, deren Prämienbezug bereits ausgesetzt war, weil die Betriebsübernahme vor dem Jahr 2015 erfolgt war. Auch diese Landwirte können im Jahr 2018 wieder einen Antrag auf Junglandwirteprämie stellen.

2. Säule der Agrarsubventionen: Mit diesen Förderprogrammen runden Sie Ihre Agrarsubventionen ab

Im Rahmen der 2. Säule werden Ihnen als Landwirt gezielte Förderprogramme für eine nachhaltige und besonders umweltschonende Bewirtschaftung sowie für die ländliche Entwicklung gewährt. Kernpunkte hierbei sind konkrete Agrarumweltprogramme sowie die ländliche Entwicklung.

Zur Förderung dieser Maßnahmen stehen allein in Deutschland jährlich 1,3 Mrd. € an EU-Mitteln zur Verfügung, die zusätzlich mit nationalen Mitteln kofinanziert werden.

Über die Autorin: Rechtsanwältin Bettina Zwez ist Partnerin der Rechtsanwaltskanzlei Peters & Zwez in Köln und auf die Beratung von Landwirten und Mittelständlern spezialisiert.

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